Programmangebote im Fernsehen

Programmangebote im Fernsehen

Infografik Nr. 538102

Programmangebote im Fernsehen

Mit der Einführung des Privatfernsehens im Jahr 1985 etablierte sich in Deutschland ein duales Fernsehsystem, in dem gebührenfinanzierte öffentlich ...

Verfügbare Produktformate:

Programmangebote im Fernsehen Mit der Einführung des Privatfernsehens im Jahr 1985 etablierte... mehr
Mehr Details zu "Programmangebote im Fernsehen"

Programmangebote im Fernsehen

Mit der Einführung des Privatfernsehens im Jahr 1985 etablierte sich in Deutschland ein duales Fernsehsystem, in dem gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche und kommerzielle private Programme um die Gunst der Zuschauer konkurrieren. 2010 war RTL mit einem Zuschaueranteil von 13,6% Marktführer vor dem ARD-Gemeinschaftsprogramm („Das Erste“; 13,2%), den Dritten Programmen der ARD (mit insgesamt 13,0%) und dem ZDF (12,7%). Zusammen versorgte die öffentlich-rechtliche Programmfamilie (einschließlich KI.KA, Phoenix, 3sat, Arte) gut 43% des TV-Markts. Bei den Privaten kamen außer dem Spitzenreiter RTL auch Sat.1 (10,1%), ProSieben (6,3%) und VOX (5,6%) zu größeren Markterfolgen.

Bei der Programmgestaltung setzen die öffentlich-rechtlichen Sender trotz mancher Angleichungstendenzen nach wie vor deutlich andere Schwerpunkte als die Privaten. Die Programmstrukturen von ARD und ZDF liegen nahe beieinander; andererseits weist auch das Profil der privaten Vollprogramme starke Gemeinsamkeiten auf. Bei ARD und ZDF steht unverändert die Information – mit Nachrichten, Magazinen, Dokumentationen, Reportagen, Diskussionen – im Vordergrund. 2010 fielen beim ZDF 48% und bei der ARD 40% des gesamten Programmangebots in diese Kategorie, während sie bei den Privatsendern RTL, Sat.1 und ProSieben zwischen 23 und 11% der täglichen Sendezeit ausmachten. Auch inhaltlich sind die Informationsangebote der beiden „Lager“ klar voneinander zu unterscheiden. Die Öffentlich-Rechtlichen bevorzugen im Allgemeinen den seriösen Stil und decken ein breiteres Themenspektrum ab; bei den Privaten ist dagegen mehr Platz für Unpolitisches und Alltägliches, für menschliches Verhalten und private Neigungen, für Sensationen und Katastrophen.

Die Stärke des kommerziellen Fernsehens liegt in der Unterhaltung. Mit Spielfilmen und Fernsehserien bestritt z.B. ProSieben 2010 fast die Hälfte (46%) der gesamten Sendezeit. Noch deutlicher ist der Vorsprung der Privaten bei der „nonfiktionalen Unterhaltung“ mit Show, Quiz, Talkshow, Doku-Soap, Docutainment, Magazinen usw.). Spitzenreiter in dieser Kategorie waren 2010 RTL und Sat.1 mit Sendeanteilen von 33 bzw. 32%. ARD und ZDF haben sich dagegen die Übertragung von Sportereignissen als Schwerpunkt gesichert. Und noch in einem weiteren Punkt weichen öffentlich-rechtliche und private Profile voneinander ab: Als wichtigste Einnahmequelle der privaten Sender durchzieht die Werbung deren ganzes Programm. 2010 belegte sie bei den drei großen Privatsendern zusammen mit der oft recht ausladenden Präsentation eigener Sendungen allein 19 bzw. 20% der Sendezeit.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 08/2011
Zuletzt angesehen