Erdölreserven der Welt

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Infografik Nr. 647310

Erdölreserven

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Erdölreserven

Die Frage nach der Reichweite des Energierohstoffs Erdöl berührt ein zentrales Problem der Weltwirtschaft. Über alle Schwankungen der Konjunktur hinweg nimmt die Nachfrage nach Rohöl noch immer zu. Allein zwischen 1995 und 2015 stieg der jährliche Ölverbrauch weltweit von 3,3 auf 4,3 Mrd Tonnen (+ 31 %) und erreichte damit zuletzt ein neues Rekordniveau. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung haben die Schwellenländer Asiens, darunter vor allem China und Indien, die Staaten des Nahen Ostens, aber auch die aufstrebenden Volkswirtschaften Lateinamerikas.

Seit Beginn der modernen Ölwirtschaft (1859) wurden auf der Erde schätzungsweise 180-190 Mrd Tonnen Rohöl gefördert. Dennoch gingen die anerkannten Erdölreserven nicht etwa zurück, sondern nahmen fast kontinuierlich zu; 2015 lagen sie bei 239,4 Mrd Tonnen (1698 Mrd Barrel). Der Widerspruch, der darin zu liegen scheint, löst sich bei näherer Betrachtung auf. Bei den Ölreserven handelt es sich definitionsgemäß um Mineralölvorkommen, deren Vorhandensein z.B. durch Bohrungen weitestgehend bekannt ist und die unter den derzeitigen Marktbedingungen mit den heute verfügbaren technischen Mitteln wirtschaftlich gewonnen werden können. Fortschritte bei der Exploration von Lagerstätten und in der Fördertechnologie haben regelmäßig zur Folge, dass vorher nur vermutete Ölvorkommen Zug um Zug in bestätigte Reserven „umgewandelt“ werden. Steigen die Ölpreise, wird die Explorationstätigkeit verstärkt und es rücken auch Funde, deren Ausbeutung zuvor aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kam, ins Blickfeld.

Ende 1970 wurden die bestätigten Ölreserven mit rund 83 Mrd Tonnen ausgewiesen. 1990 waren es bereits 136 Mrd Tonnen. Seitdem nahmen die Reserven weiter zu, begünstigt auch durch die Öffnung des Ostblocks und die dadurch neu gegebenen Explorationsmöglichkeiten. Einen großen Sprung nach oben machten die Ölreserven 1999, als die Ausbeutung der riesigen Ölsand-Vorkommen in Kanada die Rentabilitätsschwelle erreichte. Ein ähnlich dramatischer Zuwachs erfolgte 2008/10, als sich die Ölreserven Venezuelas verdreifachten, weil nun auch gewaltige Schwerölvorkommen im Orinoko-Gürtel den Reserven zugeschlagen wurden. Treffen die Angaben zu, verfügt Venezuela mit 47,0 Mrd Tonnen über die weltweit größten Ölreserven, noch vor Saudi-Arabien (36,6 Mrd t) und Kanada (27,8 Mrd t). Der fortlaufende Anstieg der bestätigten Ölreserven kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Rohstoff Öl letztlich doch nur begrenzt (und zu langfristig steigenden Preisen) zur Verfügung steht. Nach derzeitigem Stand würden die Reserven – bei gleichbleibendem Verbrauch – noch etwa fünfzig Jahre ausreichen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2016
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