Verwundbar durch Klimawandel

Verwundbar durch Klimawandel

Infografik Nr. 665038

Verwundbar durch Klimawandel

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ökosysteme der Erde sind längst zu spüren. Das gehäufte Auftreten extremer Wetterereignisse, mit hoher Wahrschein ...

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Verwundbar durch Klimawandel

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ökosysteme der Erde sind längst zu spüren. Das gehäufte Auftreten extremer Wetterereignisse, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Folge der globalen Erwärmung, bedeutet auch für den Menschen eine ernsthafte Gefahr. Um zu analysieren, welche Länder am stärksten von extremen Wetterereignissen betroffen sind, hat die deutsche Denkfabrik Germanwatch den sogenannten Klima-Risiko-Index entwickelt. Der Index berücksichtigt die Folgen extremer Wetterereignisse auf Mensch und Wirtschaft anhand von vier Faktoren, wobei die Zahl der Todesopfer und der wirtschaftliche Schaden jeweils zur Hälfte ins Gewicht fallen: Die Anzahl der Toten wird absolut und pro 100000 Einwohner, der wirtschaftliche Schaden als Kaufkraftverlust und als Verlust je Einheit des Bruttoinlandsproduktes erhoben. Aus den Rangplätzen, die ein Land bei jeder dieser Schadenskategorien einnimmt, wird zusammenfassend die Rangposition für den Klima-Risiko-Index abgeleitet. Mit seiner Fokussierung auf Wetterereignisse beleuchtet der Index allerdings nur einen Teilaspekt des Klimawandels. Nicht einbezogen werden etwa das Schmelzen der Gletscher, der Anstieg des Meeresspiegels oder die Versauerung der Ozeane. Seine Aussagekraft für die Verwundbarkeit von Ländern durch den Klimawandel ist dadurch begrenzt.

Der Klima-Risiko-Index wird von Germanwatch regelmäßig für den Zeitraum ab 1995 ermittelt. Demnach starben in den zwanzig Jahren von 1995 bis 2014 weltweit schätzungsweise 525000 Menschen an den Folgen der insgesamt etwa 15000 extremen Wetterereignisse. Die wirtschaftlichen Verluste beliefen sich auf nahezu 3 Billionen US-Dollar (in Kaufkraftparitäten). Die zehn am stärksten betroffenen Länder, ausnahmslos Entwicklungsländer, lagen in Mittelamerika und Süd- bzw. Südostasien. Doch auch die reichen Industriestaaten Europas blieben nicht verschont. So forderte die Hitzewelle in Europa im Jahr 2003 zehntausende Tote. Allerdings war dies ein einmaliges Ereignis. Auch die hohe Zahl von Todesopfern in den weltweit am schlimmsten betroffenen Ländern Honduras, Myanmar und Haiti ist in erster Linie auf einzelne Großkatastrophen zurückzuführen (Hurrikan „Mitch“ 1998 in Honduras, Zyklon „Nagis“ 2008 in Myanmar und Hurrikan „Sandy“ 2012 auf Haiti). Dagegen werden andere Länder regelmäßig von Wetterkatastrophen heimgesucht. Allein über die Philippinen fegen alljährlich bis zu neun Taifune hinweg. In Südasien führen neben tropischen Wirbelstürmen vor allem heftige Regenfälle während des Sommermonsuns immer wieder zu Überschwemmungen. In den trockenen Wintermonaten kommt es dagegen häufig zu Dürren. Der Klima-Risiko-Index berücksichtigt indes nur die direkten Folgen solcher Wetterereignisse. Indirekte Auswirkungen wie Missernten und Hungersnöte erfasst er nicht.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2016
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