Seltene Erden

Seltene Erden

Infografik Nr. 635235

Die Metalle der seltenen Erden umfassen eine Gruppe von insgesamt 17 Elementen. Zwar sind die meisten Metalle der „seltenen“ Erden in der Erdkruste recht häufig, aber sie kommen nur in sehr geringen Konzentrationen in weit verstreuten Lagerstätten vor und sind bislang nur selten unter wirtschaftlich lohnenden Bedingungen abbaubar.

Verfügbare Produktformate:

Die Metalle der seltenen Erden umfassen eine Gruppe von insgesamt 17 Elementen: Dazu... mehr
Mehr Details zu "Seltene Erden"

Die Metalle der seltenen Erden umfassen eine Gruppe von insgesamt 17 Elementen: Dazu gehören Scandium, Yttrium und Lanthan sowie die 14 im Periodensystem auf Lanthan folgenden „Lanthanoide“. Seltenerdmetalle sind in vielen Alltagsgütern mittlerweile unabdingbar. Sie werden benötigt für Handys, Laptops, Festplatten und Flachbildschirme, aber auch in der Medizintechnik (z.B. für Magneten in Kernspintomografen) oder in der Rüstungsindustrie (z.B. für Radar und Raketenlenksysteme). Gerade für Zukunftstechnologien sind sie bedeutend: Motoren für Elektroautos oder Turbinen für Windkraftanlagen wären ohne Seltene Erden nicht herstellbar. Die EU-Kommission stuft die Seltenerdmetalle als „kritische Rohstoffe“ ein, weil unklar ist, ob sie auch in Zukunft noch in ausreichender Form zur Verfügung stehen werden. Zwar sind die meisten Metalle der „seltenen„ Erden in der Erdkruste recht häufig, aber sie kommen nur in sehr geringen Konzentrationen in weit verstreuten Lagerstätten vor und sind bislang nur selten unter wirtschaftlich lohnenden Bedingungen abbaubar.

Die Förderung der Seltenerdmetalle findet überwiegend in China statt. Nach Angaben des United States Geological Survey förderte die Volksrepublik 2018 rund 120 000 Tonnen, gemessen in SEO-Äquivalenten (SEO = Seltenerdoxid). Damit stellte China über 70 % der Weltfördermenge. An zweiter und dritter Stelle folgten weit abgeschlagen Australien mit 20 000 Tonnen und die USA mit 15 000 Tonnen. Anders sieht es bei den Reserven aus, die sich nicht so stark auf China konzentrieren. China verfügt nach Schätzungen über Reserven von 44 Mio Tonnen, was rund 37 % der vermuteten Gesamtreserven entspricht. Brasilien und Vietnam verfügen über je 22 Mio Tonnen und in Russland lagern schätzungsweise 12 Mio Tonnen.

Die Nutzung der Seltenerdmetalle birgt zahlreiche Probleme. Dazu gehört die nahezu vollständige Abhängigkeit von China, das gegenwärtig fast ein Fördermonopol hat. Außerdem ist in Zukunft mit einer enormen Nachfragesteigerung nach Seltenerdmetallen zu rechnen, weil sie für die Technologie der erneuerbaren Energien bislang noch unerlässlich sind. Dadurch wird sich das Angebot voraussichtlich weiter verknappen und die Preise werden steigen. Und möglicherweise reichen die wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen schon bald nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken. Daher versuchen mehrere Staaten, entweder weitere Lagerstätten zu erschließen oder Ersatzrohstoffe zu finden. Tatsächlich gibt es mehrere Substitutionsmöglichkeiten, die in der Regel aber deutlich weniger effizient sind. Und für manche Einsatzgebiete wurden bislang noch gar keine Alternativen gefunden.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 06/2019
Zuletzt angesehen