Millenniumsziel 8: Globale Entwicklungspartnerschaft

Millenniumsziel 8: Globale Entwicklungspartnerschaft
Seitenanzahl

1

Millenniumsziel 8: Globale Entwicklungspartnerschaft

Die Mehrzahl der Millenniumsziele hatte Veränderungsprozesse zum Inhalt, die in den Entwicklungsländern umgesetzt werden sollten. D ...

Produktformat

Bitte ein Produktformat auswählen
Millenniumsziel 8: Globale Entwicklungspartnerschaft Die Mehrzahl der Millenniumsziele hatte... mehr
Mehr Details zu "Millenniumsziel 8: Globale Entwicklungspartnerschaft"

Millenniumsziel 8: Globale Entwicklungspartnerschaft

Die Mehrzahl der Millenniumsziele hatte Veränderungsprozesse zum Inhalt, die in den Entwicklungsländern umgesetzt werden sollten. Dagegen nahm das achte Ziel – Aufbau einer globalen Entwicklungspartnerschaft – ausdrücklich die Industrieländer in die Pflicht. Anders als für die übrigen Millenniumsziele wurde dafür kein konkreter Zeithorizont festgelegt. Die Indikatoren ermöglichen dennoch eine Erfolgskontrolle.

Auf der Konferenz für Entwicklungsfinanzierung in Monterrey (2002) wurde Einverständnis darüber erzielt, dass die Millenniumsziele nur erreicht werden können, wenn ausreichende internationale Finanzmittel zur Verfügung stehen. Die Industrieländer sagten erneut eine Steigerung der öffentlichen Entwicklungshilfe zu. In absoluten Beträgen stiegen ihre Entwicklungshilfeleistungen zwischen 1990 und 2014 von 52,8 auf 135,2 Mrd US-$. Gemessen am Leistungsvermögen der Geberländer blieb die öffentliche Entwicklungshilfe jedoch unverändert niedrig: 1990 machte sie 0,32 %, 2014 lediglich 0,29 % des durchschnittlichen BNE aus. Die von den Vereinten Nationen schon 1970 festgelegte Marke von 0,7 % des BNE wurde zuletzt nur von fünf Ländern erreicht; die Zusage der EU, ihre Entwicklungshilfe bis 2015 auf diese Marke anzuheben, blieb unerfüllt. Auf einer weiteren Konferenz für Entwicklungsfinanzierung in Addis Abeba (2015) wiederholten die Industriestaaten das 0,7 %-Ziel, setzten dafür aber keine Frist.

Gewisse Fortschritte sind bei der Öffnung der Märkte der Industrieländer für Produkte aus der Dritten Welt zu erkennen. Ein Indikator für den Marktzugang ist der Anteil der zollfreien Importe an den Gesamtimporten aus Entwicklungsländern. Für alle Entwicklungsländer zusammen stieg dieser Anteil (ohne Rüstungsgüter und Erdöl) von 54 % (1990) auf 79 % (2014). Die Einfuhrzölle der Industriestaaten auf Schlüsselerzeugnisse aus den Entwicklungsländern wurden aber nur geringfügig abgebaut, wie das Beispiel der Agrarprodukte zeigt: 1996 betrugen sie im Durchschnitt 10,4 %, 2014 noch 8 %. Auch kommt der Abbau marktverzerrender Subventionen für die eigenen Produzenten nur schleppend voran.

Zu den gravierendsten Entwicklungshemmnissen zählt die Schuldenlast der Dritten Welt. Diese konnte spürbar verringert werden: So ging der Anteil des Auslandsschuldendienstes an den Einnahmen der Entwicklungsländer aus Exporten und Gastarbeiterüberweisungen von 19,4 % (1990) auf 3,1 % (2013) zurück; er stagnierte zuletzt allerdings auf diesem Niveau und wird voraussichtlich wieder steigen. 36 Länder haben inzwischen Zugang zur HIPC-Initiative, einem von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds aufgelegten Entschuldungsprogramm für hochverschuldete arme Länder.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 09/2016
Zuletzt angesehen