Gruppe der 20 - G20

Gruppe der 20 - G20

Infografik Nr. 625118

Durch die Politik der USA unter Präsident Trump wird die Arbeit vieler internationaler Organsiationen in Frage gestellt. Möglicherweise ist davon bald auch die Gruppe der 20 (G20) betroffen. Noch scheint sie unentbehrlich als Plattform, auf der sich die Führer der wichtigsten Wirtschaftsnationen begegnen. Welche Staaten dazu gehören und wie die G20 funktioniert, lesen und sehen Sie hier! 

 

Welchen Download brauchen Sie?

Unter dem Eindruck der Asienkrise (1997-98) sprachen sich die Staats- und Regierungschefs der... mehr
Mehr Details zu "Gruppe der 20 - G20"

Unter dem Eindruck der Asienkrise (1997-98) sprachen sich die Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrienationen (G7) auf dem Kölner Weltwirtschaftsgipfel im Juni 1999 dafür aus, die wirtschaftlich bedeutendsten Schwellenländer in die laufende Diskussion über die Reform der globalen Finanzarchitektur einzubinden. Als Forum für den Meinungsaustausch der Finanzminister und Zentralbankpräsidenten der „systemisch wichtigen Länder“ wurde noch im gleichen Jahr die Gruppe der 20 (G20) ins Leben gerufen. Ihr gehörten neben den G7 (den USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien) zwölf weitere Länder aus allen fünf Kontinenten an, nämlich Argentinien, Australien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea und die Türkei. Neben den 19 Mitgliedstaaten nahm die Europäische Union seit 1999 als Vollmitglied an den Beratungen der G20 teil. 2023 kam die Afrikanische Union als G20-Mitglied hinzu.

Als Reaktion auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise (2008-2009) wurde die G20 in Pittsburgh 2009 zum zentralen Forum der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit hochgestuft. Sie tritt seitdem jährlich auch auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs zusammen. Über das Jahr verteilt finden außerdem Treffen der Finanzminister und Außenminister, je nach Thematik weiterer Fachminister sowie der Notenbankpräsidenten statt. Eine zentrale Rolle spielen die sogenannten Sherpas: Als Chefunterhändler ihrer Regierungen bereiten sie im Hintergrund die Tagungen vor, suchen nach Kompromissen, organisieren die Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen und stimmen sich über die Abschlusserklärung der Gipfeltreffen ab.

Wie die G7 verfügt die G20 über keine feste Organisation, sondern wird in jährlichem Wechsel von einem der Mitgliedstaaten organisiert. Mit ihrer lockeren Struktur soll sie offene Diskussionen ermöglichen und die Einigung auf gemeinsame Standpunkte erleichtern. Das Gastgeberland bestimmt die thematischen Schwerpunkte und lädt Gäste zum Gipfeltreffen ein. Dazu gehören große UN-Organisationen wie der Währungsfonds oder die Weltbank, aber auch einzelne Länder. Spanien nimmt regelmäßig als Gastland teil. Stand ursprünglich die Wahrung der Finanzstabilität im Mittelpunkt, so hat sich die Themenliste der G20 seitdem auf viele wichtige Bereiche der globalen Zusammenarbeit erweitert: Gesundheit, Entwicklungspolitik, Digitalwirtschaft, Welthandel, Steuerpolitik, wirtschaftliche Beteiligung der Frauen usw. Beschlüsse der G20 haben keine bindende Wirkung, sind als Selbstverpflichtung aber von großem Gewicht.

Ausgabe: 01/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Zuletzt angesehen