Schattenbank

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Infografik Nr. 632502

Schattenbanken

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Schattenbanken

Seit der Finanzkrise von 2008 haben die führenden Industrie- und Schwellenländer wichtige Schritte unternommen, um das Bankensystem nach international abgestimmten Vorschriften zu regulieren und zu beaufsichtigen und damit die Finanzwelt sicherer zu machen. Das System der Schattenbanken blieb davon aber unberührt. Dieses hatte in einer Grauzone außerhalb des regulären Banksektors entwickelt und maßgeblich zum Ausbruch der Krise beigetragen. Da es keiner Regulierung unterlag, konnten sich dort riskante Geschäftspraktiken, undurchsichtige Transaktionen und hochkomplexe Finanzprodukte etablieren. Durch die Krise haben die Schattenbanken keineswegs an Bedeutung verloren. Nach Schätzungen des internationalen Finanzstabilitätsrats (FSB) verwalteten sie 2011 ein Anlagevermögen von rund 67 Billionen US-Dollar, knapp ein Drittel der Aktiva des gesamten Finanzsystems. Und es besteht die Gefahr, dass die zunehmend strenger regulierten Banken weitere Teile ihres Geschäfts in den Schattenbanksektor auslagern.

Schattenbanken betreiben ähnliche Geschäfte wie die regulären Banken; sie bieten zusätzliche Möglichkeiten der Geldanlage und kommen gleichzeitig als alternative Finanzierungsquelle in Betracht. Nach der Definition des FSB handelt es sich bei den Schattenbanken um „ein System der Kreditvermittlung, an dem Unternehmen und Tätigkeiten außerhalb des regulären Bankensystems beteiligt sind“. Zu den Unternehmen, die unter diese Definition fallen, zählt die EU-Kommission Zweckgesellschaften, Geldmarktfonds, Investmentfonds einschl. börsengehandelter Fonds, die Kredite zur Verfügung stellen oder mit Fremdmitteln arbeiten, aber auch Finanzierungsgesellschaften und Wertpapierhäuser sowie Versicherer und Rückversicherer, die Kreditprodukte ausgeben oder garantieren. Charakteristische Tätigkeiten des Schattenbanksystems sind u.a.: die Entgegennahme einlagenähnlicher Gelder und die Vergabe von Krediten, die Verbriefung von Forderungen, die Durchführung von Wertpapierpensionsgeschäften, der Einsatz finanzieller Hebeleffekte und die Fristentransformation, durch die unterschiedliche Laufzeiten von Einlagen und Krediten ausgeglichen werden.

Um den Risiken für die Finanzstabilität zu begegnen, die von den Schattenbanken ausgehen können, verständigte sich der G-20-Gipfel von St. Petersburg im September 2013 auf einen Zeitplan für die nächsten Schritte bis 2015 verständigt. Die EU ist mit ihren Plänen schon weiter und hat bereits einen ganzen Katalog von Maßnahmen zur Eindämmung dieser Risikoquellen vorgeschlagen, zunächst mit Regeln für Geldmarktfonds.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2013
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