Die Rückkehr der Piraten

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Infografik Nr. 682116

Die Rückkehr der Piraten

Als romantisch verklärte Helden aus längst vergangener Zeit liefern Piraten den Stoff für Romane und Kinohits. In seinen modernen Erscheinungsformen hat sich ...

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Die Rückkehr der Piraten

Als romantisch verklärte Helden aus längst vergangener Zeit liefern Piraten den Stoff für Romane und Kinohits. In seinen modernen Erscheinungsformen hat sich das Piratentum aber wieder zu einer ernsthaften Gefahr für die internationale Schifffahrt entwickelt. Wo es sich mit organisierter Kriminalität und terroristischen Aktivitäten verbindet, stellt es auch eine sicherheitspolitische Bedrohung dar.

In der Terminologie des internationalen Seerechts erfasst der Begriff Piraterie nur Gewalttaten, die auf Hoher See oder außerhalb des Bereichs staatlicher Hoheitsgewalt von einem privaten Schiff aus gegen ein anderes Schiff ausgeübt werden (Art. 101 der Seerechtskonvention von 1982). Das International Maritime Bureau (IMB) fasst den Begriff jedoch weiter und versteht darunter „das Betreten eines Schiffes in der offenkundigen Absicht, einen Diebstahl oder ein anderes Verbrechen zu begehen, und mit der Absicht oder Fähigkeit, zur Durchsetzung dieses Vorhabens Gewalt anzuwenden“. Von dieser Definition ausgehend, lassen sich unterschiedliche Vorgehensweisen abgrenzen: • Bewaffnete Überfälle, bei denen möglichst viel Diebesgut vom Deck oder aus dem Laderaum fortgeschafft wird. Zur Gewaltanwendung kommt es dabei nur, wenn sich die Schiffsbesatzung den Räubern in den Weg stellt. • Bewaffnete Angriffe unter Anwendung oder Androhung von Gewalt. Die Schiffsbesatzung wird zur Herausgabe von Bargeld und Wertsachen gezwungen. Falls möglich, wird auch Fracht gestohlen. • Entführung eines Schiffes, seiner Mannschaft oder seiner Passagiere, um Lösegeld zu erpressen. • Besetzung und Entführung eines Schiffes, dessen gesamte Fracht anschließend auf dunklen Wegen verschwindet.

Seit den frühen 1980er Jahren hat die Häufigkeit krimineller Übergriffe auf die Handelsschifffahrt zugenommen, mit einem deutlichen Anstieg in den Jahren 1995-2000 und erneut 2007-2011. Die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) registrierte von 1984 bis 2012 rund 6570 Fälle von Piraterie und bewaffneter Seeräuberei. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer nicht gemeldeter Vorfälle. Am schwersten betroffen waren zuletzt der Golf von Aden und die Gewässer vor Ostafrika, das Südchinesische Meer und der Golf von Guinea. Von Somalia aus operieren ähnlich wie im Südchinesischen Meer Piratengangs, die oft über Schnellboote und moderne Waffen verfügen. Die Präsenz internationaler Kriegsschiffe und die verbesserten Sicherheitsvorkehrungen auf den Handelsschiffen zeigen dort inzwischen aber Wirkung: So ging die Zahl der Piratenüberfälle im Seegebiet vor Somalia 2012 im Vergleich zum Vorjahr von 286 auf 99 zurück. Wachsende Gefahren lauern dagegen vor der Küste Nigerias.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 04/2013
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