Die Rückkehr der Piraten

Die Rückkehr der Piraten

Infografik Nr. 682116

Seit den frühen 1980er Jahren hat die Häufigkeit krimineller Übergriffe auf die Handelsschifffahrt zugenommen, mit einem deutlichen Anstieg in den Jahren 1995-2000 und erneut 2007-2011. Die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) registrierte von 1984 bis 2018 rund 8 000 Fälle von Piraterie und bewaffneter Seeräuberei. Die modernen Piraten operieren meist aus Gebieten heraus, in denen das staatliche Gewaltmonopol erodiert ist.

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Als romantisch verklärte Helden aus längst vergangener Zeit liefern Piraten den Stoff für Romane und Kinohits. In seinen modernen Erscheinungsformen hat sich das Piratentum aber wieder zu einer ernsthaften Gefahr für die internationale Schifffahrt entwickelt. Wo es sich mit organisierter Kriminalität und terroristischen Aktivitäten verbindet, stellt es auch eine sicherheitspolitische Bedrohung dar.

In der Terminologie des internationalen Seerechts erfasst der Begriff Piraterie nur Gewalttaten, die auf Hoher See oder außerhalb des Bereichs staatlicher Hoheitsgewalt von einem privaten Schiff aus gegen ein anderes Schiff ausgeübt werden (Art. 101 der Seerechtskonvention von 1982). Das International Maritime Bureau (IMB) fasst den Begriff jedoch weiter und versteht darunter „das Betreten eines Schiffes in der offenkundigen Absicht, einen Diebstahl oder ein anderes Verbrechen zu begehen, und mit der Absicht oder Fähigkeit, zur Durchsetzung dieses Vorhabens Gewalt anzuwenden“. Von dieser Definition ausgehend, lassen sich unterschiedliche Vorgehensweisen abgrenzen: • Bewaffnete Überfälle, bei denen möglichst viel Diebesgut vom Deck oder aus dem Laderaum fortgeschafft wird. Zur Gewaltanwendung kommt es dabei nur, wenn sich die Schiffsbesatzung den Räubern in den Weg stellt. • Bewaffnete Angriffe unter Anwendung oder Androhung von Gewalt. Die Schiffsbesatzung wird zur Herausgabe von Bargeld und Wertsachen gezwungen. Falls möglich, wird auch Fracht gestohlen. • Entführung eines Schiffes, seiner Mannschaft oder seiner Passagiere, um Lösegeld zu erpressen. • Besetzung und Entführung eines Schiffes, dessen gesamte Fracht anschließend auf dunklen Wegen verschwindet.

Seit den frühen 1980er Jahren hat die Häufigkeit krimineller Übergriffe auf die Handelsschifffahrt zugenommen, mit einem deutlichen Anstieg in den Jahren 1995-2000 und erneut 2007-2011. Die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) registrierte von 1984 bis 2018 rund 8 000 Fälle von Piraterie und bewaffneter Seeräuberei. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer nicht gemeldeter Vorfälle. Die modernen Piraten operieren meist aus Gebieten heraus, in denen das staatliche Gewaltmonopol erodiert ist. Zudem verfügen sie oft über Schnellboote und moderne Waffen, weshalb sie schnell zuschlagen und schnell wieder entkommen können. Am schwersten betroffen waren zuletzt der Golf von Guinea, das Südchinesische Meer und der westliche Indische Ozean. Vor Somalia sind die Angriffe indes zurückgegangen, seitdem dort internationale Kriegsschiffe die Seewege überwachen und die Sicherheitsvorkehrungen auf den Handelsschiffen verbessert wurden. Rückläufig waren auch die Piratenattacken in der Straße von Malakka.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2019
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