Aktienbörsen

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Infografik Nr. 632460

In ihrer klassischen Form, deren Wurzeln auf das frühneuzeitliche Europa (Brügge, 15. Jh.) zurückgehen, ist die Börse eine selbstverwaltete Einrichtung professioneller Händler, die sich an einem Handelsplatz zu festen Zeiten versammeln und die eingehenden Kauf- und Verkaufsangebote so zusammenführen, dass ein Geschäftsabschluss ermöglicht wird. Die großen Börsen funktionieren im Prinzip auch heute so.

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Die Börse ist ein Markt, auf dem regelmäßig und in geordnetem Rahmen mit Wertpapieren, Devisen oder vertretbaren Gütern (wie Gold, Rohöl, Baumwolle, Schweinebäuchen) gehandelt wird. In ihrer klassischen Form, deren Wurzeln auf das frühneuzeitliche Europa (Brügge, 15. Jh.) zurückgehen, ist die Börse eine selbstverwaltete Einrichtung professioneller Händler, die sich an einem Handelsplatz zu festen Zeiten versammeln und die eingehenden Kauf- und Verkaufsangebote so zusammenführen, dass ein Geschäftsabschluss ermöglicht wird. Die großen Börsen funktionieren im Prinzip auch heute so; sie unterliegen dabei der Regulierung und der Aufsicht durch den Staat. Der klassische Parketthandel (Präsenzbörse), bei dem die Händler ihre Gebote durch Zuruf und Handzeichen austauschen, wird allerdings durch elektronische Handelssysteme abgelöst. Auch lockert sich die Bindung an einen Ort und an bestimmte Handelszeiten.

An Wertpapierbörsen (Effektenbörsen) werden verbriefte Vermögensrechte wie Aktien, Schuldverschreibungen, Investmentzertifikate oder Optionsscheine gehandelt. Ihre Kernaufgabe besteht darin, Angebot und Nachfrage der Marktteilnehmer an einem Punkt zu konzentrieren, das Marktpotenzial dadurch besser auszuschöpfen und Abschlüsse zu erleichtern. Durch die Bündelung des Marktgeschehens wird ein erhöhtes Maß an Transparenz und Information erreicht, die Transaktionskosten und der Zeitaufwand für Wertpapiergeschäfte können niedriger gehalten werden. Börsen dienen auch als Primärmarkt für neu ausgegebene Aktien und ermöglichen den Unternehmen damit die Beschaffung zusätzlichen Eigenkapitals. Eine weitere wesentliche Funktion liegt in der transparenten, kontrollierten Preisbildung für die gehandelten Wertpapiere. Börsen tragen so auch zum Schutz der Anleger bei. Darüber hinaus bieten sie ein großes Spektrum an Dienstleistungen für die Finanzwelt; zum Beispiel die Berechnung von Indizes, aus denen sich die Entwicklung der Aktienkurse und spezieller Marktsegmente in konzentrierter Form ablesen lässt.

2008/09 wurden die Börsen durch die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg erschüttert. Deren Ausgangspunkt lag vor allem im außerbörslichen, kaum regulierten Handel mit Risikopapieren. An den Aktienbörsen der Welt halbierte sich der Dollar-Börsenwert der Unternehmen zwischen Ende 2007 und Februar 2009, ehe die Kurse zu einem neuen Höhenflug ansetzten. Um der weltweit wachsenden Konkurrenz zu begegnen und einem möglichen Bedeutungsverlust vorzubeugen, schlossen sich in den letzten Jahren zahlreiche Handelsplätze zusammen (Beispiele für solche Fusionen: Euronext, London Stock Exchange, Nasdaq OMX). Die New York Stock Exchange steht aber weiterhin unangefochten an der Spitze.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2019
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