Die Armen und die Reichen: Globale Vermögensverteilung

Die Armen und die Reichen: Globale Vermögensverteilung

Infografik Nr. 632280

Weltweit hat sich seit den 1990er Jahren die Zahl der Menschen in schwerer Armut deutlich verringert. Aber der Reichtum der Welt ist nach wie vor extrem ungleich verteilt. Das zeigen die jüngsten Zahlen der Hilfsorganisation Oxfam, die alljährlich zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos ihren Ungleichheitsbericht veröffentlicht. Demnach besaßen Mitte 2019 die reichsten 10 % der Weltbevölkerung mehr als 80 % des globalen Vermögens. Allein auf das reichste 1 % der Menschheit entfielen 45 % des gesamten Vermögens der Erde.

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Weltweit hat sich seit den 1990er Jahren die Zahl der Menschen in schwerer Armut deutlich verringert. Aber der Reichtum der Welt ist nach wie vor extrem ungleich verteilt. Das zeigen die jüngsten Zahlen der Hilfsorganisation Oxfam, die alljährlich zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos ihren Ungleichheitsbericht veröffentlicht. Demnach besaßen Mitte 2019 die reichsten 10 % der Weltbevölkerung mehr als 80 % des globalen Vermögens. Allein auf das reichste 1 % der Menschheit entfielen 45 % des gesamten Vermögens der Erde. Anschaulich wird die krasse Ungleichheit der Vermögen auch durch einen Personenvergleich: Oxfam rechnet das Vermögen der weltweit nur 2 153 Milliardäre zusammen und kommt auf eine Summe von geschätzten 8,8 Billionen US-$ – damit hat eine kleine Zahl von Super-Reichen mehr Geld als die ärmsten 4,6 Milliarden Menschen zusammen (8,2 Billionen US-$).

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch zwischen Männern und Frauen. Im weltweiten Durchschnitt liegt das Einkommen von Frauen um knapp ein Viertel niedriger als das von Männern. Und hinsichtlich der Vermögen besitzen Männer, global gesehen, über die Hälfte mehr als Frauen. Eine wichtige Ursache dafür ist laut Oxfam, dass Frauen viel häufiger schlecht bezahlte oder gar nicht bezahlte Arbeit leisten: im Haushalt, in der Pflege von Angehörigen oder in der Erziehung.

Oxfam sieht einen Zusammenhang zwischen dem Reichtum der einen und der Armut der anderen, weil die immense Vermögenskonzentration in den Händen weniger allzu oft auf der Ausbeutung der Armen basiere. Zu den Ursachen zählt laut Oxfam unter anderem, dass vermögende Einzelpersonen und multinationale Konzerne ihren Reichtum durch Steuerflucht dem Gemeinwohl entziehen können, aber auch die Tatsache, dass Staaten im Allgemeinen davor zurückschrecken, die Hochvermögenden höher zu besteuern. Die extreme Ungleichheit ist demnach in erster Linie die Folge politischer Entscheidungen.

Grundlage der Berechnungen von Oxfam sind die Zahlen der Schweizer Bank Credit Suisse, die jedes Jahr einen Bericht zur Verteilung des weltweiten Reichtums herausgibt. Die dortigen Angaben beruhen auf nationalen Statistiken, vielfach aber auch auf Schätzungen und Hochrechnungen, weil gerade in den weniger entwickelten Ländern Afrikas und Asiens die Datenlage oft dürftig ist. Bei den Zahlen zu den reichsten Personen stützt sich Oxfam auf die Recherchen des Magazins Forbes, das regelmäßig eine Rangliste der Milliardäre veröffentlicht. Auch hier ist von einer hohen Ungenauigkeit auszugehen. Wegen solcher Unwägbarkeiten sind die von Oxfam präsentierten Daten nicht unumstritten.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2020
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