Tagesbetreuung von Kleinkindern

Tagesbetreuung von Kleinkindern

Infografik Nr. 513045

Die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren wird nicht zuletzt durch das „Gute-Kita-Gesetz“ weiter ausgebaut. Der Anteil der betreuten Kinder variiert je nach Bundesland allerdings stark, wie in diesem ZAHLENBILD grafisch dargestellt wird. Hier herunterladen!

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Die Tagesbetreuung von Kleinkindern nimmt in den familienpolitischen Debatten seit Jahren einen breiten Raum ein. Hinter den gegensätzlichen Standpunkten zu diesem Thema verbirgt sich nicht selten ein Streit um unterschiedlichen Lebensentwürfe: Soll sich die Mutter (oder der Vater) ganz um Kinder und Familie kümmern und dafür auf eine eigene Erwerbstätigkeit verzichten – oder die Betreuung des Nachwuchses tagsüber in fremde Hände legen, um sich z.B. einer Ausbildung oder beruflichen Aufgaben widmen zu können? Beide Seiten haben ihre Argumente: Kinder brauchen die Wärme und Geborgenheit der Familie – aber sie brauchen auch den Kontakt zu anderen Kindern und Anregungen von außen, gerade in den für ihre sprachliche und kognitive Entwicklung prägenden Lebensjahren.

Eine politische Weichenstellung für den Ausbau der Kindertagesbetreuung und damit für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfolgte durch das Kinderförderungsgesetz von 2008. Bund, Länder und Kommunen hatten zuvor vereinbart, bis 2013 für durchschnittlich 35 % der Unter-3-Jährigen ein Angebot an Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen oder in Kindertagespflege zu schaffen. Ab August 2013 hatte jedes Kind im Alter ab einem Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Der Bund trug mit umfangreichen Finanzhilfen zum Ausbau der Kindertagesbetreuung und zu den Betriebskosten bei. 2018 wurde das Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung (das „Gute-Kita-Gesetz“) verabschiedet. Auf dessen Grundlage unterstützt der Bund die Maßnahmen der Länder zur Verbesserung der Kita-Qualität bis 2022 mit rund 5,5 Mrd €.

Über den erreichten Stand der Kindertagesbetreuung berichtet das Statistische Bundesamt. Danach waren im Frühjahr 2021 bundesweit 809 910 Kinder unter drei Jahren in einer Kinderkrippe oder bei einer Tagesmutter untergebracht. Das entsprach einem Anteil von 34 % dieser Altersgruppe. Während die Betreuungsquote in Westdeutschland bei knapp 31 % lag, erreichte sie in Ostdeutschland (einschl. Berlin) gut 52 %. Unter den Bundesländern lag Mecklenburg-Vorpommern mit der Tagesbetreuung von 58 % der Unter-3-Jährigen an der Spitze. In Baden-Württemberg nahmen dagegen nur knapp 29 % der Kleinen an einer öffentlich geförderten Tagesbetreuung teil.

Nach Vorausberechnungen aus dem Jahr 2020 werden in Westdeutschland bis 2025 zwischen 282 000 und 351 000 zusätzliche Plätze zur Erfüllung des noch nicht gedeckten Betreuungsbedarfs benötigt. In Ostdeutschland beschränkt sich der Zusatzbedarf auf höchstens 21 000 Betreuungsplätze.

Reihe: 53
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Ausgabe: 11/2021
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