Maßstab menschliche Entwicklung

Maßstab menschliche Entwicklung
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Infografik Nr. 603146

Entwicklungsstand und Wohlstand eines Landes und seiner Menschen nur anhand des Sozialprodukts zu messen, wird zu Recht als ungenügend empfunden. Vor allem für die Lebensverhältnisse in der Dritte ...

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Entwicklungsstand und Wohlstand eines Landes und seiner Menschen nur anhand des Sozialprodukts zu messen, wird zu Recht als ungenügend empfunden. Vor allem für die Lebensverhältnisse in der Dritten Welt ist ein Maßstab, der sich allein an der marktbezogenen Wirtschaftsleistung orientiert, von beschränkter Aussagekraft. Aufschlussreicher erscheint eine Antwort auf die Frage, ob und inwieweit eine Steigerung des Sozialprodukts zur menschlichen Entwicklung beiträgt. Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) versteht darunter „einen Prozess, der die Möglichkeiten des Einzelnen erweitert“, ihm also zu einem längeren und gesunden Leben, einem bestimmten Maß an Bildung und einem ausreichenden Einkommen verhilft. Schon ein flüchtiger Vergleich zwischen „armen“ und „reichen“ Ländern zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht automatisch mit höherer Lebensqualität einhergeht. So ist es möglich, dass Länder mit einem niedrigen Einkommen ihrer breiten Bevölkerung einigermaßen befriedigende Lebensbedingungen bieten, während in wohlhabenderen Staaten manchmal derart starke soziale Gegensätze herrschen, dass große Bevölkerungsschichten von der Teilhabe am nationalen Reichtum ausgeschlossen sind.

Um solche Vergleiche auf eine nachprüfbare Basis zu stellen, präsentiert das UNDP seit 1990 einen alternativen Maßstab: den Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index, HDI). Dabei wird für jedes Land ein Satz statistischer Kennzahlen, die Lebenserwartung, Bildungsniveau und kaufkraftbereinigtes Pro-Kopf-Einkommen widerspiegeln, zu einem einzigen Indexwert gebündelt. Die Frage des UNDP nach den Fähigkeiten der Menschen und den Möglichkeiten, sie zu unterstützen, stand anfangs noch quer zum Mainstream der internationalen Entwicklungspolitik, der den Entwicklungsländern Strukturanpassung und wirtschaftliche Stabilisierung, Liberalisierung und Exportorientierung abverlangte.

In die Berechnung des Index der menschlichen Entwicklung 2016 wurden 188 Länder einbezogen. Wie in den Vorjahren weist Norwegen den höchsten Entwicklungsgrad auf: Dort haben die Neugeborenen eine Lebenserwartung von rund 82 Jahren, die durchschnittliche Schulbesuchsdauer der Erwachsenen beläuft sich auf 12,7 Jahre und das mittlere Pro-Kopf-Einkommen beträgt, nach Kaufkraft umgerechnet, rund 67610 US-$. Den letzten Rang belegte die Zentralafrikanische Republik mit einer Lebenserwartung von 52 Jahren, durchschnittlich 4,2 Jahren Schulbesuch und einem Pro-Kopf-Einkommen von 587 US-$. Im Zeitraum von 1990 bis 2015 konnten laut UNDP alle Entwicklungsregionen ihren Indexwert merklich verbessern, seit 2010 allerdings verlangsamte sich ihr Fortschritt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2017
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