Demenz - ein Weltproblem

Demenz - ein Weltproblem

Infografik Nr. 603183

Demenz – ein Weltproblem

„Demenz“ bezeichnet eine Gruppe von Krankheitsbildern, bei denen wichtige Hirnfunktionen wie logisches Denken, Gedächtnis, Orientierung, Spra ...

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Demenz – ein Weltproblem

„Demenz“ bezeichnet eine Gruppe von Krankheitsbildern, bei denen wichtige Hirnfunktionen wie logisches Denken, Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Urteils- und Lernfähigkeit nach und nach unwiederbringlich verloren gehen. Mit dem Verlust kognitiver Funktionen werden auch die emotionale Kontrolle, das soziale Verhalten oder die Motivation beeinträchtigt. Die Schädigung ist so schwerwiegend, dass die Erkrankten schließlich nicht mehr zu einer selbstständigen Lebensführung in der Lage sind. In 60-70 % aller Fälle wird Demenz durch die Alzheimer-Krankheit verursacht. Demenz kann aber auch durch andere Stoffwechselstörungen der Nervenzellen oder eine Schädigung der Blutgefäße im Gehirn ausgelöst werden. Auf Grund fehlender Heilmethoden bleibt vorerst nur die Betreuung der Betroffenen.

Der entscheidende Risikofaktor für die Demenz ist das Alter. Die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, steigt nach dem 65. Lebensjahr deutlich an. Mit wachsender Lebensdauer und zunehmend alternder Bevölkerung ist deshalb zu erwarten, dass die Zahl der Demenzkranken und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung stark zunimmt. Nach Schätzungen der Nichtregierungsorganisation Alzheimer’s Disease International (ADI) gab es 2015 weltweit 46,8 Millionen Menschen mit einer Demenz. Ostasien trug mit 9,8 Mio Betroffenen die größte Krankheitslast – vor Westeuropa mit 7,5 Mio, Südasien mit 5,1 Mio und Nordamerika mit 4,8 Mio. Von der Bevölkerung ab 60 Jahren war weltweit jeder Zwanzigste (5,2 %) an Demenz erkrankt; höher war die entsprechende Rate der Demenzkranken in Amerika (6,4 %) und Europa (5,9 %), niedriger u.a. in Ostasien (4,5 %) und Afrika (4,6 %).

Verbindet man die heute feststellbare Häufigkeit der Demenzerkrankungen mit Vorausschätzungen zur künftigen Bevölkerungsentwicklung, ist ein dramatischer Anstieg der Krankheitsfälle und des Betreuungsbedarfs absehbar. ADI schätzt, dass die Zahl der Demenzkranken bis 2030 weltweit auf 74,7 Millionen und bis 2050 auf 131,5 Millionen anwächst. Die höchsten Patientenzahlen hätten im Jahr 2050 Süd-, Ost- und Südostasien (57,4 Mio), Westeuropa (14,3 Mio), Nordamerika (11,7 Mio) sowie Nordafrika und der Nahe Osten (10,0 Mio) zu bewältigen. Schon heute fallen jährlich Kosten von über 800 Mrd US-Dollar für die Behandlung und Betreuung der Demenzkranken an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert die Staaten deshalb auf, sich der Probleme und Folgen der Demenz, einschließlich der Lage der betreuenden Familien und Pfleger, verstärkt anzunehmen. In jährlichen Konferenzen der Gesundheitsminister (seit 2015) will die WHO das öffentliche Bewusstsein für die Krankheit schärfen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2016
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