Tote durch Kriege und Konflikte 1989-2016

Tote durch Kriege und Konflikte 1989-2016

Infografik Nr. 603262

Die Überwindung des Kalten Krieges um 1990 weckte die Hoffnung auf eine dauerhaften Rückgang bewaffneter Konflikte in der Welt. Diese Erwartung wurde jedoch schnell enttäuscht. Schon zu Beginn der ...

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Die Überwindung des Kalten Krieges um 1990 weckte die Hoffnung auf eine dauerhaften Rückgang bewaffneter Konflikte in der Welt. Diese Erwartung wurde jedoch schnell enttäuscht. Schon zu Beginn der 1990er Jahre flammten in vielen Weltregionen gewaltsame Auseinandersetzungen auf, darunter nicht wenige, die durch das Ende der Block-Konfrontation zwischen Ost und West erst ermöglicht wurden. Nach den Ergebnissen des Conflict Data Program der Universität Uppsala (UCDP) ereigneten sich 1991 allein 51 bewaffnete Konflikte (mit mindestens 25 Toten im Jahr) – so viele wie danach in keinem anderen Jahr. Die regionalen Schwerpunkte dieser Konflikte lagen in Afrika und Asien. Im Golfkrieg bezwang eine internationale Militärkoalition den Irak, der zuvor Kuwait überfallen und annektiert hatte. Im gleichen Jahr begann der Zerfall Jugoslawiens, der sich in einer Kette nationalistisch und religiös aufgeladener Kriege bis zum Ende der 1990er Jahre fortsetzte.

Um die Jahrtausendwende prägen Sezessionskriege (wie in Tschetschenien oder Sri Lanka), Grenzauseinandersetzungen (wie in Äthiopien) oder blutige Machtkämpfe (wie im Kongo, im Sudan oder in Kolumbien) das Konfliktgeschehen. Eine neue Dimension erreichten die internationalen Konflikte im Gefolge des Terroranschlags auf das World Trade Center in New York am 11.9.2001. Der von den USA als Reaktion darauf ausgerufene Krieg gegen den internationalen Terrorismus nahm zunächst das Taliban-Regime in Afghanistan ins Visier und wurde 2003 auf den Irak ausgeweitet. Die Bedrohung durch terroristische Bewegungen griff seitdem aber weiter um sich, so vor allem im Nahen Osten, im nördlichen Afrika und in Süd- bzw. Südostasien. Auch der hoffnungsvoll begonnene „Arabische Frühling“ (2010) geriet unter ihren Einfluss. In Syrien verwandelte sich die ursprüngliche Rebellion gegen das autoritäre Regime in einen blutigen Mehrfrontenkrieg unter internationaler Beteiligung. Auch Europa wurde in der Ukraine (ab 2014) wieder zum Schauplatz blutiger Kämpfe.

Nach Schätzungen des UCDP kamen bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen 1989 und 2016 insgesamt rund 2,24 Millionen Menschen ums Leben. Dabei wird unterschieden zwischen Konflikten mit staatlicher Beteiligung (1,29 Mio Tote), nichtstaatlichen Konflikten (z.B. Bandenkriegen, Kämpfen zwischen Rebellengruppen) (161000 Tote) und einseitigen Gewalthandlungen (787000 Tote). Zur letztgenannten Kategorie gehört der Völkermord in Ruanda 1994, der nach vorsichtigen Schätzungen allein 500000 Angehörige der Tutsi-Minderheit das Leben kostete.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2017
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