Eine mörderische Welt

Eine mörderische Welt

Infografik Nr. 603279

Mord und Totschlag wird oft mit negativen gesellschaftlichen Entwicklungen in Verbindung gebracht: mit sozialer Ungleichheit, fehlenden Zukunftsperspektiven, veränderten Familienstrukturen, mit Drogen- und Alkoholmissbrauch, sich ausbreitendem Fanatismus, zunehmender allgemeiner Kriminalität und staatlichem Versagen. Auch besteht ein erhöhtes Mordrisiko, wo der Besitz von Schusswaffen verbreitet ist.

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Jedes Jahr fallen weltweit mehrere Hunderttausend Menschen einem tödlichen Verbrechen zum Opfer. Zwischen 1990 und 2017 verloren an die 12 Millionen Menschen (die Schätzungen schwanken zwischen 9,2 und 14,3 Mio) durch ein Tötungsdelikt ihr Leben – weit mehr als durch Kriegshandlungen (2,2 Mio). Für das Jahr 2017 geht das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) von schätzungsweise 464 000 Ermordeten aus. Auf dem amerikanischen Doppelkontinent wurden rund 173 000 Menschen umgebracht, in Afrika 163 000, in Asien 104 000 und in Europa 22 000. Gemessen an der gesamten Weltbevölkerung ereigneten sich im Durchschnitt 6,1 Tötungsdelikte je 100 000 Menschen. 1993 lag die Tötungsrate noch bei 7,4 je 100 000 Menschen; seitdem sank sie nach und nach auf den aktuellen Wert.

Abweichend von diesem Trend blieben die Mordraten auf dem amerikanischen Kontinent in den letzten drei Jahrzehnten durchweg sehr hoch und stiegen zuletzt sogar wieder an. Am höchsten zeigten sie sich 2017 in Mittelamerika (mit 26), Südamerika (mit 24) und der Karibik (mit 15 Mordopfern je 100 000 Einwohner). Den traurigen Rekord auf nationaler Ebene hielt El Salvador mit 62 Morden je 100 000 Ew.); dichtauf folgten Jamaika (57) und Venezuela (56); Raten von mehr als 30 Morden je 100 000 Einwohner verzeichneten u.a. auch Honduras, Belize, die Bahamas und Brasilien; in Mexiko und Kolumbien wurden 25 Mordopfer je 100000 Einwohner gezählt. Eine Ursache für die hohen Mordraten in Mittelamerika und der Karibik ist die Ausbreitung der mit dem Drogenhandel verknüpften organisierten Kriminalität. Aber davon sind nicht alle Länder gleichermaßen betroffen. Seit einigen Jahren werden auch in den USA wieder mehr Morde registriert (2017: 5,3 je 100 000 Ew.) – nach einem deutlichen Rückgang in den 1990er Jahren.

Aus Afrika liegen nur wenige Daten vor. In Südafrika fiel die Mordrate, die 1993 mit nahezu 80 Morden je 100 000 Ew. ihren Gipfel erreichte, nach dem Ende des Apartheid-Regimes zunächst rasch ab, nahm seit 2012 aber wieder zu (auf 36 im Jahr 2017). In Osteuropa hatte Russland 2017 die meisten Tötungsdelikte zu beklagen (9 Morde je 100 000 Ew.). Am niedrigsten sind die Mordraten demgegenüber in Süd- und Westeuropa, Ostasien und Ozeanien, wo sich 2017 weniger als 1 Mord je 100 000 Ew. ereignete.

Mord und Totschlag wird oft mit negativen gesellschaftlichen Entwicklungen in Verbindung gebracht: mit sozialer Ungleichheit, fehlenden Zukunftsperspektiven, veränderten Familienstrukturen, mit Drogen- und Alkoholmissbrauch, sich ausbreitendem Fanatismus, zunehmender allgemeiner Kriminalität und staatlichem Versagen. Auch besteht ein erhöhtes Mordrisiko, wo der Besitz von Schusswaffen verbreitet ist.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2019
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