Eine mörderische Welt
Infografik Nr. 603279
Mehrere Hunderttausend Menschen verlieren ihr Leben jedes Jahr durch Mord oder Totschlag. Von jeweils 100000 fallen jährlich mehr als fünf einem Tötungsdelikt zum Opfer. Überdurchschnittlich hoch sind die Tötungsraten in Lateinamerika und in Afrika südlich der Sahara. Wo stehen die übrigen Weltregionen, wo Europa in diesem Vergleich? Sehen Sie selbst!
Jedes Jahr fallen weltweit mehrere Hunderttausend Menschen einem Mord oder Totschlag zum Opfer. So verlieren meist mehr Menschen ihr Leben als durch Kriegshandlungen oder terroristische Angriffe. Im Zeitraum zwischen 2000 und 2023 wurden insgesamt mehr als 10 Millionen Tötungsdelikte begangen. Für das Jahr 2023 geht das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) von rund 420500 Getöteten aus. In Afrika wurden innerhalb des Jahres rund 158500 Menschen umgebracht. Ähnlich hoch war die Zahl der Mordopfer auf dem amerikanischen Doppelkontinent (150500). In Asien kamen 94600 Menschen auf diese Weise ums Leben, in Europa 15600. Gemessen an der gesamten Weltbevölkerung ereigneten sich im Durchschnitt 5,2 Tötungsdelikte je 100000 Menschen. Anfang der 1990er Jahre lag die Tötungsrate noch bei 7,4 je 100000 Menschen. Seitdem sank sie nach und nach auf den aktuellen Wert.
Unter den einzelnen Erdregionen weist Lateinamerika (einschließlich der Karibik) im Verhältnis zur Bevölkerungszahl die mit Abstand höchste Tötungsrate auf (2023: 19,7 Morde je 100000 Einwohner). Obwohl die traurigen Rekorde früherer Jahre dort gegenwärtig nicht mehr erreicht werden, lässt sich ein Wiederaufflammen des tödlichen Geschehens nicht ausschließen. Ein Großteil der Morde in dieser Weltregion geht nämlich auf das Konto des organisierten Verbrechens und ist eng mit Drogenkriminalität und Waffenschmuggel sowie den blutigen Machtkämpfen zwischen rivalisierenden Verbrechersyndikaten verbunden. Weit niedriger, im Weltvergleich aber immer noch hoch, ist die Mordrate in Nordamerika (5,4 je 100000 Einwohner). Für den amerikanischen Doppelkontinent insgesamt ist auffällig, dass rund zwei Drittel der Opfer durch Schusswaffen getötet werden, in Europa dagegen nur etwa jedes zehnte. Dass Schusswaffen in Amerika so weit verbreitet und leicht verfügbar sind, trägt offenbar zur Häufigkeit der Tötungsdelikte bei. Eine mit dem Bevölkerungswachstum steigende Zahl an Morden bei gleichzeitig sinkender Mordrate lässt sich in Afrika südlich der Sahara beobachten. Dort wurden 2023 mehr als 144000 Menschen umgebracht, gegenüber dem Jahr 2000 ein Anstieg um fast 40%. Die Rate ging indessen von 15,9 auf 11,9 je 100000 Einwohner zurück.
Nach Schätzungen des UNODC für 2021 standen weltweit 38% der Tötungen in einem Zusammenhang mit kriminellen Aktivitäten. 31% fanden jedoch im familiären Kontext statt, meist mit der Frau als Opfer partnerschaftlicher Gewalt. Durch Täter außerhalb der Familie wurden Menschen in 18% der Fälle getötet. 14% entfielen schließlich auf Morde aus politischen oder sozialen Gründen, z.B. aus Fremdenhass.
| Ausgabe: | 02/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |