Fruchtbarkeitsraten

Fruchtbarkeitsraten
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Infografik Nr. 603139

Fruchtbarkeitsraten

Die Bevölkerungsentwicklung wird für die Industrieländer zunehmend zum Problem: Während auf Grund der steigenden Lebenserwartung immer mehr Menschen ins Rentenalter ...

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Fruchtbarkeitsraten

Die Bevölkerungsentwicklung wird für die Industrieländer zunehmend zum Problem: Während auf Grund der steigenden Lebenserwartung immer mehr Menschen ins Rentenalter eintreten, fehlt es an Nachwuchs für die mittleren, arbeitsfähigen Jahrgänge, von denen die Kinder und die Alten mitversorgt werden müssen. Das Sozialsystem, bisher Garant des Massenwohlstands und des inneren Friedens der Industriegesellschaften, droht aus dem Gleichgewicht zu geraten. Selbst wenn die Grenzen stärker als bisher für die Zuwanderung junger Menschen geöffnet würden, ließe sich die drohende „Vergreisung“ dadurch allenfalls verlangsamen, aber kaum mehr aufhalten. Ein entscheidender Faktor dieser Entwicklung ist die in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunkene Fruchtbarkeit (Fertilität). Im Durchschnitt bekommen die Frauen heute deutlich weniger Kinder, als es noch in der Generation ihrer Mütter oder Großmütter der Fall war. Die Fruchtbarkeitsrate – das ist die rechnerische Anzahl der Kinder, die eine Frau unter den heutigen demographischen Gegebenheiten im Lauf ihres Lebens zur Welt bringt – hat in vielen Ländern einen äußerst tiefen Stand erreicht, so z.B. in Portugal, Spanien und Griechenland (jeweils 1,3), in Südkorea (1,3) oder auch in Deutschland (1,4). Der Durchschnitt für die EU-Länder liegt bei 1,6 und für die Industriestaaten insgesamt bei 1,7 Kindern je Frau. Zur langfristigen Bestandswahrung der Bevölkerung wären rechnerisch aber 2,1 Geburten je Frau erforderlich.

Viele Länder der Dritten Welt kämpfen mit diametral entgegengesetzten Bevölkerungsproblemen. Wo es keine übergreifenden sozialen Sicherungssysteme gibt, ist Kinderreichtum oft die Vorsorge der Eltern für den Fall, dass sie auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Das Festhalten an hohen Geburtenraten, während die Sterblichkeit oft schon deutlich zurückgeht, lässt die Bevölkerung zahlreicher Entwicklungsländer aber geradezu sprunghaft wachsen – eine Situation, die an die Verhältnisse in den heutigen Industrieländern gegen Ende des 19. Jahrhunderts erinnert. Gleichwohl haben die Entwicklungsländer schon einen weiten Weg der Anpassung an veränderte ökonomische und demographische Bedingungen zurückgelegt. Lag die durchschnittliche Fruchtbarkeitsrate in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas 1960 noch bei 6,9 Geburten je Frau, so ist sie inzwischen auf 2,7 zurückgegangen. In Südasien hat sie sich im gleichen Zeitraum von 6,0 auf 2,6 verringert, in Ostasien von 5,4 auf 1,8. Afrika südlich der Sahara weist im Durchschnitt nach wie vor die höchste Fruchtbarkeitsrate auf, aber auch dort ist sie innerhalb der letzten fünfzig Jahre gesunken – von 6,6 auf 5,1 Geburten je Frau. Weltweit war ein Rückgang der Fruchtbarkeitsrate von 5,0 (1960) auf 2,5 (2012) zu verzeichnen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 02/2015
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