Gesundheitsausgaben pro Kopf

Gesundheitsausgaben pro Kopf

Infografik Nr. 660516

Gesundheitsindikatoren sind Kennzahlen, aus denen sich auf die Gesundheit der Bevölkerung eines Landes oder einer Region schließen lässt. Sie geben knappe Auskunft über die Gesundheitsversorgung und die Ressourcen, die dafür verfügbar sind. Mit Hilfe von Gesundheitsindikatoren lassen sich auch unterschiedliche Gesundheitssysteme nach objektiven Kriterien miteinander vergleichen.

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Gesundheitsindikatoren sind Kennzahlen, aus denen sich auf die Gesundheit der Bevölkerung eines Landes oder einer Region schließen lässt. Sie geben knappe Auskunft über die Gesundheitsversorgung und die Ressourcen, die dafür verfügbar sind. Krankheitshäufigkeit (Morbidität), Sterblichkeit (Mortalität), Ernährung, Wohn- und Arbeitsbedingungen, Intensität körperlicher Bewegung, Rauchgewohnheiten, Medikamentenverbrauch und Ärztedichte sind einige dieser Indikatoren. Mit Hilfe von Gesundheitsindikatoren lassen sich auch unterschiedliche Gesundheitssysteme nach objektiven Kriterien miteinander vergleichen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, solche Vergleiche an Schlüssel-Indikatoren festzumachen, aus denen sich z.B. Aussagen über die Finanzierung und die Leistungen des Gesundheitswesens, die Personalausstattung und die Informationsangebote gewinnen lassen. Ein solches Monitoring hilft dabei, die Effektivität unterschiedlicher Gesundheitssysteme einzuschätzen und ihre Schwächen und Stärken sichtbar zu machen.

Beispielhaft sei der Indikator „Gesundheitsausgaben pro Kopf“ herausgegriffen. Er bezeichnet die Summe der öffentlichen und privaten Aufwendungen für die Gesundheit (Versicherungsleistungen, Sachleistungen, Barzahlungen usw.), umgerechnet auf die Zahl der Einwohner eines Landes. Er umfasst die Bereitstellung vorbeugender und heilender Maßnahmen (ambulante und stationäre Behandlung, Pflege, Medikamentenversorgung, Ernährungsmaßnahmen und Notfallhilfe) und die Familienplanung.

Die Zahlen der WHO zu diesem Indikator machen die enormen Unterschiede bei den Gesundheitsausgaben zwischen armen und reichen Regionen der Erde deutlich: Umgerechnet nach Kaufkraft wurden 2016 in den Ländern mit niedrigem Einkommen im Durchschnitt 96 $ pro Kopf für die Gesundheit aufgewandt, in den Ländern mit hohem Einkommen hingegen 5614 $ – fast sechzig Mal so viel. Weltweit müssen 42 % des Gesundheitsaufwands von den Patienten direkt aus der eigenen Tasche bezahlt werden; in den Hocheinkommensländern liegt dieser Anteil nur bei 16 %.

Im Ländervergleich der nach Kaufkraft gewichteten Gesundheitsausgaben lagen die USA 2016 mit 9870 $ pro Kopf in weitem Abstand an der Spitze. In Deutschland wurden 5 463 $ ausgegeben. Schlusslicht im internationalen Vergleich war die Zentralafrikanische Republik, wo nur 30 $ pro Kopf für die Gesundheit zur Verfügung standen. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt wandten die USA 17 % für die Gesundheit auf; in vielen Ländern der Dritten Welt waren es dagegen nur 4 % des BIP und weniger.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2019
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