Herdenimmunität

Herdenimmunität

Infografik Nr. 603195

Dieses neue ZAHLENBILD beschreibt gut verständlich die Voraussetzungen für eine sog. „Herdenimmunität“, hier im Kontext der Sars-CoV-2-Pandemie. Sofort einsetzbar!

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Aus der Corona-Pandemie führt nur ein Weg heraus: das Erreichen von Herdenimmunität. Denn nur wenn ein Großteil der Bevölkerung – der „Herde“ – immun gegen das Virus ist, findet es nicht mehr genügend Wirte, um sich so rasant zu verbreiten, dass eine Überlastung des Gesundheitssystems droht. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit eines Erregers wird gemessen anhand seiner Reproduktionszahl (R). Ist R größer als 1, steckt jeder Infizierte im Laufe seiner Infektion durchschnittlich mehrere andere Personen an, der Erreger verbreitet sich also exponentiell. Das ist zu Beginn von Epidemien und Pandemien mit einem neuartigen, hochansteckenden Erreger der Fall. Erst wenn ein bestimmter Anteil der Bevölkerung immun ist – infolge einer durchgemachten Infektion oder einer Impfung –, stößt der Erreger so oft auf Barrieren, dass er von einem Infizierten im Schnitt nur noch auf eine andere Person überspringt. Der R-Wert liegt dann genau bei 1, und die Kurve der Infektionszahlen flacht ab zu einer linearen Funktion. Wenn die Immunität so weit verbreitet ist, dass Infektionsketten immer wieder in Sackgassen enden, stirbt der Erreger entweder ganz aus oder seine Ausbreitungsgeschwindigkeit pendelt sich auf niedrigem Niveau ein.

Wie groß der Schwellenwert ist, ab dem ein ausreichend großer Anteil in der Bevölkerung immun ist, um Herdenimmunität zu erreichen, hängt ab von der Basisreproduktionszahl (R0) eines Erregers: Damit bezeichnet man seine „natürliche“ Verbreitungsrate, ohne Immunität und ohne Distanzierungsmaßnahmen. Bei Sars-CoV-2 ging man zunächst davon aus, dass R0 bei etwa 3 liegt, jede infizierte Person würde also im Schnitt drei weitere anstecken. In dem Fall läge der Schwellenwert für Herdenimmunität rechnerisch bei 67 % – zwei Drittel der Bevölkerung müssten also immun sein, um den R-Wert unter 1 zu drücken. Im Verlauf der Pandemie mutierte das Coronavirus aber mehrfach zu ansteckenderen Varianten mit größeren R0-Werten. Der Schwellenwert für die Herdenimmunität liegt daher wohl eher bei 80 % oder mehr.

Der Ausbreitung eines Erregers kann auch durch soziale Distanzierung gebremst werden, so wie in der Corona-Pandemie mehrfach geschehen. Das funktioniert aber nur zeitweise, denn sobald die Abstandsregeln aufgehoben werden, steigen die Infektionszahlen wieder. Um Sars-CoV-2 aussterben zu lassen, wäre ein totaler und wochenlanger Lockdown nötig, und das weltweit, was nicht umsetzbar ist. Auch eine natürlich erworbene Herdenimmunität über eine „Durchseuchung“ der Bevölkerung ist bei Sars-CoV-2 nicht realistisch. Denn die über eine Infektion erworbene Immunität ist nicht von Dauer. Bleibt also nur die „Durchimpfung“ der Bevölkerung – und auch die wird womöglich regelmäßig wiederholt werden müssen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2021
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