E-Government im Weltvergleich

E-Government im Weltvergleich

Infografik Nr. 686465

E-Government ist das gesamte Angebot staatlicher Online-Dienste.

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In Anlehnung an eine Definition der Weltbank bedeutet „E-Government“, dass Regierung und Verwaltung moderne Informationstechnologien, vor allem das Internet, einsetzen und sich dadurch neue Möglichkeiten des Kontakts mit Bürgern und Unternehmen und der Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung ergeben. Diese Möglichkeiten lassen sich nutzen, ● um die Bürger mit öffentlichen Dienstleistungen zu versorgen, ● den Austausch mit der Wirtschaft zu verbessern, ● den Bürgern Zugang zu Informationen zu verschaffen und ● die Effizienz des Verwaltungsapparats zu steigern. Dahinter verbirgt sich ein gewaltiges Entwicklungspotenzial: So kann der Ausbau des E-Government nicht nur Zeit und Geld sparen helfen, sondern auch zu mehr Transparenz und demokratischer Teilhabe beitragen und auf diese Weise die wirtschaftliche Entwicklung und politische Stabilität eines Landes fördern.

Die Vereinten Nationen veröffentlichen seit 2001 alle zwei Jahre einen Bericht über die Fortschritte des EGovernment rund um den Globus. Kernstück des Berichts ist ein E-Government-Index, der den jeweiligen Stand der Entwicklung erfasst und einen Vergleich zwischen den einzelnen Ländern ermöglicht, indem er Schwachstellen und Entwicklungsvorsprünge sichtbar macht. Der Index setzt sich aus drei Teilindizes zusammen. Sie erfassen ● den Ausbaustand der technischen Infrastruktur (Internet-, Mobilfunknetze, Breitband-Versorgung), ● das Bildungsniveau der Bevölkerung (das sogenannte Humankapital) sowie ● Umfang und Qualität des öffentlichen Online-Angebots.

Während Infrastruktur und Bildungsstand weitgehend das allgemeine Entwicklungsniveau eines Landes widerspiegeln, hängt das Online-Angebot entscheidend vom Willen der jeweiligen Regierung ab, E-Government zu fördern und zu nutzen. Im Einzelnen geht es darum, welche Informationen (z.B. über Gesetze, öffentliche Leistungen, Daten) online verfügbar sind, welche „Werkzeuge“ und Hilfen den Nutzern angeboten werden, welche Anträge und Meldungen an Behörden online abgegeben werden können und wie es um die Sicherheit und die Nutzbarkeit der öffentlichen Websites bestellt ist. Südkorea, Estland und Dänemark hatten hier 2020 am meisten zu bieten; Deutschland rangierte nur im Mittelfeld (auf Platz 59, noch hinter Staaten wie Peru, Usbekistan oder Albanien).

Ein wichtiger Aspekt des E-Government ist die dadurch ermöglichte Partizipation der Bürger an öffentlichen Vorgängen, z.B. durch Online-Feedback zu Informationen, Vorschlägen und Programmen, durch das Einbringen von Initiativen und Petitionen oder durch Teilnahme an Online-Abstimmungen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2020
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