Bildung und politische Mitsprache

Bildung und politische Mitsprache

Infografik Nr. 690101

Bildung ist eine wichtige Voraussetzung, um mit den Anforderungen des Lebens in der modernen Gesellschaft fertig zu werden. Ob es darum geht, berufliche Aufgaben zu bewältigen oder den privaten Alltag zu organisieren – im Idealfall ist Bildung der Schlüssel zu bewussten und selbstständigen Entscheidungen. Höhere Bildung verhilft zwar nicht unbedingt zu einem besseren Urteil, aber sie stärkt das Bewusstsein der eigenen Rolle als politisches Wesen.

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Bildung ist eine wichtige Voraussetzung, um mit den Anforderungen des Lebens in der modernen Gesellschaft fertig zu werden. Ob es darum geht, berufliche Aufgaben zu bewältigen oder den privaten Alltag zu organisieren – im Idealfall ist Bildung der Schlüssel zu bewussten und selbstständigen Entscheidungen. Dies gilt auch für die Beteiligung am gesellschaftlichen und politischen Leben. Das Interesse am politischen Geschehen, die Bereitschaft sich zu informieren, sich mit widersprechenden Argumenten auseinanderzusetzen und sich eine eigene Meinung zu bilden, steht oft in einem engen Zusammenhang mit dem erworbenen Bildungsgrad.

Höhere Bildung verhilft zwar nicht unbedingt zu einem besseren Urteil, aber sie stärkt das Bewusstsein der eigenen Rolle als politisches Wesen. In zwei Untersuchungen – dem European Social Survey von 2018 und dem International Social Survey Program von 2016 – wurden Erwachsene im Alter zwischen 25 und 64 Jahren danach gefragt, ob ihnen ihr Land die Möglichkeit gibt, bei dem was die Regierung tut mitzusprechen, ihre Stimme zu Gehör zu bringen. Die Antworten fielen von Land zu Land so unterschiedlich aus wie die politischen Systeme, die historischen Erfahrungen und die demokratische Praxis in den einzelnen Ländern. So zeigte sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in der Schweiz, in Südkorea, den Niederlanden, Norwegen oder Deutschland davon überzeugt, dass sie auf die Politik ihrer Regierung Einfluss nehmen können. Auf der anderen Seite herrschte in Ländern wie Frankreich, Spanien oder Italien eine gewisse Resignation, was die politische Wirksamkeit des Einzelnen angeht. Erst recht in einem Land wie Litauen mit seiner noch jungen Geschichte als demokratischer Staat.  

Verknüpft man die Antworten mit dem Bildungsstand der Befragten, zeigt sich aber fast durchgängig, dass Menschen mit einem höheren Bildungsabschluss mehr Mitsprachemöglichkeiten sehen als solche mit einem niedrigeren Abschluss. In den Niederlanden klaffen die Einschätzungen besonders weit auseinander: Dort sind drei Viertel der Hochschulabsolventen, aber nur ein Drittel der Nicht-Abiturienten davon überzeugt, einen Einfluss auf das politische Geschehen ausüben zu können. In Norwegen und Frankreich heben sich die akademisch Gebildeten ebenfalls weit von ihren Mitbürgern ab. In Deutschland meinen 36 % der Befragten ohne Sek-II-Abschluss und 61 % der Hochschulabgänger, politisch etwas bewirken zu können. (Die OECD weist allerdings darauf hin, dass die Ergebnisse der Befragungen durch Antworten, die sich nach dem „sozial Erwünschten“ richten, beeinflusst sein können.)

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2020
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