Brennpunkte des Weltgeschehens 2018

Brennpunkte des Weltgeschehens 2018
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Die globale Entwicklung war 2018 durch neue Rückschläge für das multilaterale Weltsystem geprägt.

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Die globale Entwicklung war 2018 durch neue Rückschläge für das multilaterale Weltsystem geprägt. Die USA unter Präsident Donald Trump stellten weitere internationale Vereinbarungen in Frage und brüskierten ein ums andere Mal ihre engsten Partner in Europa, Nordamerika oder Japan. So zogen sich die USA aus dem Iran-Abkommen zurück, das die Begrenzung und Kontrolle des iranischen Atomprogramms sicherstellen sollte (8.5.), und verschärften die Sanktionen gegen Iran. An Saudi-Arabien, das wegen der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul am Pranger stand (2.10.), hielt Washington jedoch unverbrüchlich fest. Gegen Ende des Jahres kündigte Trump den Ausstieg aus dem seit 1987 bestehenden INF-Vertrag mit der Sowjetunion bzw. Russland über die Abschaffung landgestützter Raketen mit kurzer und mittlerer Reichweite an. Mit Strafzöllen gegen die EU (31.5.) und gegen China (15.6., 18.9.) lösten die USA einen Handelskonflikt mit negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft aus.

Auf Unverständnis stieß Trumps Ankündigung, die US-Truppen aus Syrien zurückzuziehen, da der Islamische Staat geschlagen sei (19.12.). Innenpolitisch stand der umstrittene Bau einer Mauer zur Abwehr illegaler Zuwanderer an der Grenze zu Mexiko weiter auf der Tagesordnung. Bei den Zwischenwahlen am 6.11. verloren die Republikaner aber die Mehrheit im Repräsentantenhaus, das die Mittel dafür bewilligen muss. 

Die Europäische Union kämpfte unterdessen mit inneren Problemen. In der Flüchtlingspolitik lehnten die osteuropäischen Mitgliedstaaten nach wie vor eine EU-weite Lastenverteilung ab. Nach dem Regierungsantritt einer links-/rechtspopulistischen Koalition nahm auch Italien eine zunehmend kritische Haltung gegenüber EU-Kommission und Ratsmehrheit ein. Hauptsorge blieb aber der Brexit, das absehbare Ausscheiden Großbritanniens aus der Gemeinschaft zum 30. März 2019. Nach langen Verhandlungen einigten sich die Unterhändler der EU und des Vereinigten Königreichs am 14.11. auf ein Austrittsabkommen, das von den Staats- und Regierungschefs der EU-27 gebilligt wurde (25.11.). In Großbritannien löste es aber so heftige Kontroversen aus, dass die Abstimmung im Parlament verschoben werden musste. 

Deutschland und Frankreich, die verbliebenen Schwergewichte der EU, gaben selbst kein Bild der Stärke ab. Nach der deutschen Bundestagswahl im Herbst 2017 verging fast ein halbes Jahr bis zur Bildung einer neuen Regierung und der Wiederwahl von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin (14.3.). In Frankreich trat Präsident Macron mit Plänen zu einer EU-Reform hervor. Ab November geriet seine Regierung aber unter den Druck von Massenprotesten der sogenannten Gelbwesten-Bewegung.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2019
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