Kinder in bewaffneten Konflikten

Kinder in bewaffneten Konflikten

Infografik Nr. 621181

Kinder in bewaffneten Konflikten

Der Wandel im Charakter bewaffneter Konflikte – vom klassischen Staatenkrieg zu oft lang andauernden Bürgerkriegen – ist besonders ...

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Kinder in bewaffneten Konflikten

Der Wandel im Charakter bewaffneter Konflikte – vom klassischen Staatenkrieg zu oft lang andauernden Bürgerkriegen – ist besonders für Kinder mit wachsenden Gefahren verbunden. Guerillataktiken und Terroranschläge, wie sie von bewaffneten Gruppen im Rahmen der asymmetrischen Kampfführung eingesetzt werden, unterlaufen die Unterscheidung zwischen Schlachtfeld und Hinterland, zwischen Kämpfenden und Nichtkämpfenden, und nehmen auf die Schutzbedürftigkeit der Kinder keine Rücksicht. Andererseits greifen staatliche Truppen im Rahmen der Aufstands- und Terrorismusbekämpfung häufig zu Mitteln, durch die Kinder in Mitleidenschaft gezogen werden. Seit 1999 befasst sich der UN-Sicherheitsrat mit der Frage, wie Kinder vor solchen Entwicklungen besser geschützt werden können. Er hat sechs schwere Verstöße gegen internationales Recht definiert, denen Kinder in bewaffneten Konflikten ausgesetzt sind. Über sie erstattet der UN-Generalsekretär seit 2005 jährlich Bericht. Eine „Liste der Schande“ führt die bewaffneten Gruppen auf, die sich solcher Verstöße schuldig machen. 2012 umfasste sie 57 Gruppen aus 15 Ländern (darunter 7 regierungsseitige).

Eine besonders gravierende Rechtsverletzung im Rahmen bewaffneter Konflikte ist die • Tötung oder Verstümmelung von Kindern. Neben Terroranschlägen stellen Landminen und Blindgänger eine ständige Gefahr dar. Kinder werden zunehmend auch durch Drohnenangriffe getötet oder traumatisiert. Beim • Einsatz von Kindersoldaten werden Kinder nicht nur als Kämpfer, sondern u.a. als Kuriere oder Spione missbraucht. Islamistische Gruppen setzen Kinder zudem als Selbstmordattentäter ein. Die Rekrutierung erfolgt oft gewaltsam. Minderjährige schließen sich aber auch aus materieller Not oder infolge traumatischer Gewalterlebnisse einer bewaffneten Organisation an. Ein weiteres Phänomen in jüngeren Konflikten ist die Anwendung • sexueller Gewalt gegen Kinder. Vergewaltigungen werden zum Teil sogar systematisch als Mittel eingesetzt, um die Moral der gegnerischen Partei zu schwächen. Die • Entführung von Kindern ist oft die Vorstufe für sexuellen Missbrauch oder andere Verbrechen. Zunehmend wird über • Angriffe auf Schulen oder Krankenhäuser berichtet. Einige islamistische Gruppen verüben diese Attacken, weil sie säkulare Bildung, den Schulbesuch von Mädchen oder die Behandlung von Frauen durch männliches medizinisches Personal ablehnen. Zum Teil werden Schulen oder Krankenhäuser aber auch militärisch genutzt, um sich hinter Zivilisten als menschlichen „Schutzschilden“ zu verstecken. Von der • Verweigerung humanitärer Hilfe, sei es aus politischen Motiven oder wegen anhaltender Kämpfe, sind weltweit schätzungsweise 80 Mio Kinder betroffen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 09/2013
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