Das Maß der Freiheit

Das Maß der Freiheit

Infografik Nr. 603620

Das Streben nach Freiheit erweist sich immer wieder als entscheidende Triebkraft politischer, sozialer und wirtschaftlicher Modernisierung. Dem Begriff der Freiheit wurden allerdings schon viele, ...

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Das Streben nach Freiheit erweist sich immer wieder als entscheidende Triebkraft politischer, sozialer und wirtschaftlicher Modernisierung. Dem Begriff der Freiheit wurden allerdings schon viele, auch widersprüchliche Bedeutungen unterlegt. Die Frage, wie viel Freiheit in einem Land herrscht, muss deshalb konkreter gefasst werden. So jedenfalls verfährt das amerikanische Freedom House, das die Staaten der Erde jährlich neu daran misst, welche politischen Rechte und bürgerlichen Freiheiten sie ihren Bürgern gewähren. Als Grundlage der Bewertung dient ein Fragenkatalog, mit dem das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Formen politischer und bürgerlicher Freiheit erkundet wird. Dabei geht es um die Feststellung der tatsächlichen Verhältnisse, nicht um den bloßen Buchstaben der Gesetze und Verfassungen.

Die Checkliste der politischen Rechte umfasst zehn Fragen. Das zentrale Augenmerk gilt dabei der Möglichkeit freier und fairer Wahlen. Weitere Prüfsteine sind das Recht der Bürger, sich in konkurrierenden Parteien oder Gruppen zu organisieren, und das Vorhandensein einer wirksamen Opposition. Gefragt wird ferner, ob ein Volk sich frei von totalitären Parteien, militärischen Machthabern, ausländischen Mächten und religiösen oder sonstigen Machtgruppen entfalten kann, wie es um die Minderheitenrechte bestellt ist, und ob die Regierung als unbestechlich und ihr Handeln als transparent bezeichnet werden kann. Ähnlich umfangreich ist die Liste zu den bürgerlichen Freiheiten, die sich in vier Fragegruppen gliedert (Glaubens- und Meinungsfreiheit, Organisations- und Assoziationsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, persönliche Autonomie und individuelle Rechte). In ihr finden sich u.a. Fragen nach Pressefreiheit und unabhängigen Gerichten, Demonstrationsrecht und Reisefreiheit, freier Wahl des Arbeitsplatzes, unternehmerischem Spielraum, sozialer Chancengleichheit und Schutz vor Terror und Folter.

Die Beantwortung dieser Fragen schlägt sich für jedes Land in einer von 1 bis 7 reichenden Notenskala nieder. Dabei steht die Idealnote 1 für die weitgehende Erfüllung der angesprochenen Freiheitskriterien, die Note 7 bedeutet extreme Unfreiheit. Länder mit Noten zwischen 1 und 2,5 werden als „frei“ eingestuft. Mit Noten zwischen 3 und 5 gelten sie als „teilweise frei“, mit Noten zwischen 5,5 und 7 als „unfrei“. Davon ausgehend gab es 2017 weltweit 88 freie Länder, in denen etwa 39 % der Weltbevölkerung lebten; 58 waren teilweise frei und 49 unfrei. Seit 2006 beobachtet Freedom House mehr Rückschläge als Fortschritte auf dem Weg zur Freiheit. In wichtigen Ländern war die Entwicklung geprägt durch die Rückkehr zur autoritären „eisernen Faust“ und die Abkehr von demokratischen Standards (z.B. Türkei, Venezuela).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2018
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