BRICS - Kooperation der Schwellenländer
Infografik Nr. 625171
Die großen Schwellenländer haben sich zu wichtigen Akteuren der Weltpolitik und der Weltwirtschaft entwickelt. In der BRICS-Gruppe arbeiten sie seit 2006 enger zusammen. Sie umfasst inzwischen zehn Mitglieder, die fast die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentieren. Wirtschaftlich und politisch bestehen zwischen ihnen aber große Unterschiede. Näheres in diesem ZAHLENBILD!
Im Rahmen einer zunehmend liberalisierten globalen Wirtschaftsordnung entwickelten sich die großen Schwellenländer seit dem Ende der Ost-West-Spaltung zu wichtigen Akteuren des weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Geschehens. Mit ihrem Investitionsbedarf, ihrer dynamisch wachsenden Produktion und ihren aufnahmefähigen Märkten gewannen sie an Bedeutung für die Weltkonjunktur und das internationale Finanzsystem. Ab 1999 nahmen wichtige Schwellenländer zusammen mit den führenden Industrieländern im Rahmen der G-20 am Dialog über Fragen der globalen Wirtschaftspolitik teil. Mit ihrem Drängen, auch an den Entscheidungen des Weltwährungsfonds und der Weltbank stärker beteiligt zu werden, hatten sie aber nur begrenzten Erfolg. Dort geben nach wie vor die westlichen Länder, namentlich die USA, den Ton an.
2006 traten die vier größten Schwellenländer – Brasilien, Russland, Indien und China – in eine ständige diplomatische Zusammenarbeit ein, um ihre Interessen aufeinander abzustimmen und sich international mehr Gehör zu verschaffen. Ab 2009 fanden jährliche Gipfeltreffen statt, an denen seit 2011 auch Südafrika teilnahm. Die Bezeichnung BRICS setzt sich aus den Initialen der Ländernamen zusammen. Zu Beginn des Jahres 2024 wurden vier weitere Staaten in die BRICS-Gruppe aufgenommen: Ägypten, Äthiopien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate. Anfang 2025 schloss sich Indonesien der Gruppe als Vollmitglied an. Zusammen repräsentieren die nunmehr zehn BRICS-Staaten fast die Hälfte (48 %) der Weltbevölkerung und 38 % der Weltwirtschaftsleistung (in internationalen Dollars). Saudi-Arabien wurde 2023 zur Mitgliedschaft eingeladen, hat diesen Schritt aber noch nicht vollzogen. Etwa 20 weitere Staaten haben ihr Interesse an einem Beitritt angemeldet. Der Mitgliedsantrag der Türkei wurde 2024 abgelehnt.
Gemeinsam ist den BRICS-Staaten das Interesse an einem größeren Einfluss auf die internationalen Organisationen. Einige BRICS-Mitglieder, vor allem Russland und China, wollen die Gruppe als Stimmführer des globalen „Südens“ gegen den „Westen“ und besonders die USA in Stellung bringen. Sie wollen durch Intensivierung ihrer wirtschaftlichen Beziehungen unabhängiger vom Westen werden und sich von wirtschaftlichen Sanktionen befreien. Die geostrategische Frontstellung gegenüber dem Westen wird aber nicht von allen BRICS-Staaten geteilt. Manche, wie Indien oder Brasilien, haben eher Interesse an einer multipolaren Weltordnung, in der sie zu allen Seiten Brücken bauen können. Innerhalb der BRICS-Gruppe bestehen enorme wirtschaftliche und politische Divergenzen. Eine gemeinsame programmatische Basis fehlt bisher und es gibt auch noch keinen festen organisatorischen Unterbau.
Ausgabe: | 02/2025 |
Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
Reihe: | 53 |
Reihentitel: | Zahlenbilder |