Landminen ? die lauernde Gefahr
Infografik Nr. 621185
Nach einem bewaffneten Konflikt sind die Menschen oft Jahrzehnte später noch durch Minen, Blindgänger und andere explosive Überreste gefährdet. Die Konvention von Ottawa verbietet Herstellung und Weitergabe von Antipersonenminen. Noch sind aber viele Länder durch solche Sprengkörper kontaminiert. Welche das sind, zeigt dieses ZAHLENBILD!
Der Krieg in Vietnam endete 1975, aber in den Jahrzehnten danach wurden mehrere Zehntausend Menschen dort durch Landminen, Clusterbomben, Artillerie-Blindgänger und andere explosive Überreste von Kriegswaffen verletzt und getötet. Das lässt erahnen, welche Opfer auf den Kriegsschauplätzen von heute zu erwarten sind, wenn das akute Kampfgeschehen einem trügerischen Frieden Platz gemacht hat.
1999 trat die Konvention von Ottawa in Kraft, die den Einsatz, die Herstellung, Lagerung oder Weitergabe von Antipersonenminen verbietet und zur Zerstörung vorhandener Minen dieser Art verpflichtet. Bei Antipersonenminen handelt es sich um Sprengkörper, die von einem Menschen durch Berührung, Belastung oder auch nur Annäherung zur Explosion gebracht werden und schwere Verletzungen (wie den Verlust von Gliedmaßen) oder den Tod verursachen. Sie werden aus Plastik, Metall oder anderem Material hergestellt und enthalten neben der Sprengladung oft noch Metall- oder Plastikstücke, die bei der Explosion zusätzliche Körperschäden hervorrufen.
Bislang haben sich dem Minenverbotsvertrag 164 Staaten angeschlossen. 32 sind ihm jedoch nicht beigetreten, darunter die USA, Russland, China, Indien, Pakistan, der Iran, Israel, Syrien, Nord- und Südkorea – also gerade Staaten, die in Spannungsgebieten aktiv sind oder eine Beschränkung ihrer militärischen Mittel ablehnen. Dennoch hat die Anti-Minen-Konvention positive Veränderungen bewirkt. Waren 1999 noch 99 Staaten und andere Gebiete durch Antipersonenminen kontaminiert, hatte sich diese Zahl 2024 auf 58 verringert. Darunter befanden sich auch noch 33 Vertragsstaaten, die somit der Verpflichtung unterliegen, verminte Flächen auf ihrem Territorium zu räumen.
Die Gefahr durch Antipersonenminen ist längst noch nicht gebannt. Nach Angaben der Internationalen Kampagne gegen Landminen wurden 1999-2023 rund 159 450 Menschen durch die Explosion von Minen, Blindgängern oder zurückgebliebener Munition betroffen. 46 000 von ihnen starben, 109 270 wurden verletzt, von weiteren 4 220 ist nicht bekannt, welche Schäden sie davontrugen. Soweit überliefert, handelte es sich bei 80% der Opfer um Zivilisten, und von diesen wiederum waren fast die Hälfte Kinder. Allein 2023 wurden in 55 Ländern und Gebieten der Erde 5 757 Menschen durch Minenexplosionen getötet oder verletzt, die meisten davon in Myanmar (1 003), Syrien (933), Afghanistan (651), der Ukraine (580) und im Jemen (499). Bei einem Großteil der explodierten Sprengkörper handelte es sich um improvisierte, d.h. nicht fabrikgefertigte, Minen, deren Räumung besonders schwierig und gefährlich ist.
Ausgabe: | 02/2025 |
Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
Reihe: | 53 |
Reihentitel: | Zahlenbilder |