Verbot chemischer Waffen

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Infografik Nr. 620240

Verbot chemischer Waffen

Der moderne Einsatz industriell hergestellter Chemiewaffen begann im Ersten Weltkrieg, als deutsche Truppen die Alliierten im April 1915 bei Ypern (Belgien) m ...

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Verbot chemischer Waffen

Der moderne Einsatz industriell hergestellter Chemiewaffen begann im Ersten Weltkrieg, als deutsche Truppen die Alliierten im April 1915 bei Ypern (Belgien) mit Chlorgas angriffen. Im weiteren Verlauf des Krieges entwickelten die Kriegsparteien zusätzliche chemische Kampfstoffe, die etwa 100000 Soldaten töteten. Seit dem Ersten Weltkrieg kamen weltweit über eine Million Menschen durch Chemiewaffen ums Leben. Als Chemiewaffen gelten alle toxischen Stoffe, die zu Verletzungen oder zum Tod führen können – sie verursachen Verbrennungen, lähmen das Nervensystem oder stören die Sauerstoffaufnahme im Blut und haben oft einen qualvollen Erstickungstod zur Folge.

Angesichts der verheerenden Wirkungen dieser Waffen gab es schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts Bemühungen um ein völkerrechtliches Verbot. Die Haager Landkriegsordnung von 1899 blieb jedoch in ihren Formulierungen unscharf und ließ rechtliche Lücken für den Einsatz chemischer Waffen. Diese Lücken schloss das Genfer Protokoll von 1925, das unter dem Eindruck der Schrecken des Ersten Weltkriegs unterzeichnet wurde. In einer weit gefassten Definition untersagt es den Einsatz von Chemiewaffen – nicht aber ihre Herstellung. Erst 1992 wurde mit der Chemiewaffenkonvention (CWC) ein umfassendes internationales Regime geschaffen, das nicht nur den Einsatz, sondern auch die Herstellung, Lagerung oder Weitergabe von Chemiewaffen verbietet. Die Unterzeichnerstaaten der CWC verpflichten sich, vorhandene Chemiewaffenbestände und Produktionsstätten zu deklarieren und sie unter Aufsicht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zu zerstören.

Der Chemiewaffenkonvention sind inzwischen 190 Staaten beigetreten. Sieben dieser Staaten haben ihre Bestände an Chemiewaffen deklariert: Albanien, Indien, Irak, Libyen, Russland, Südkorea und die USA. Weitere sechs Staaten deklarierten Produktionsanlagen für chemische Waffen (Bosnien-Herzegowina, China, Frankreich, Großbritannien, Japan und Serbien). Von ursprünglich 71196 Tonnen deklarierter chemischer Kampfstoffe wurden bis 2013 rund 58172 Tonnen (82%) vernichtet. Die Chemiewaffen-Bestände in Albanien, Indien und Südkorea sind vollständig zerstört.

Israel und Myanmar haben die CWC unterzeichnet, bislang aber nicht ratifiziert. Nicht beigetreten sind Ägypten, Nordkorea, Namibia und Südsudan. Von diesen werden Nordkorea und Ägypten verdächtigt, Chemiewaffen zu besitzen. Unter internationalem Druck kündigte Syrien 2013 an, seine Chemiewaffen unter Kontrolle der OPCW zu zerstören, und trat dem CWC bei.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 12/2013
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