Kinderarbeit

Kinderarbeit

Infografik Nr. 631580

Wo Menschen unter schwierigsten Verhältnissen leben, sind meist auch die Kinder in den täglichen Existenzkampf eingespannt. In den Armutszonen der Dritten Welt ist es deshalb gang und gäbe, dass s ...

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Wo Menschen unter schwierigsten Verhältnissen leben, sind meist auch die Kinder in den täglichen Existenzkampf eingespannt. In den Armutszonen der Dritten Welt ist es deshalb gang und gäbe, dass schon die Jüngsten durch ihre Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Aber nicht nur dort: Auch in den wohlhabenderen Ländern zwingt die wirtschaftliche Not vieler Familien die Kinder zum Mitverdienen, so dass die Kinderarbeit auch dort noch nicht völlig überwunden ist.

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf (ILO) gab es 2016 weltweit etwa 218 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 17 Jahren, die einer wirtschaftlich motivierten Beschäftigung nachgingen, sei es durch Mitarbeit in der eigenen Haus- und Landwirtschaft oder durch bezahlte oder unbezahlte Arbeit für andere. Lässt man die Kinder bis zu 14 Jahren, die nur eine kurzzeitige leichte Tätigkeit ausüben, außer Betracht und klammert auch diejenigen aus, die im Alter ab 15 Jahren einer normalen, sie nicht überfordernden Beschäftigung nachgehen, bleibt der harte Kern der Kinderarbeit. Kinderarbeit in diesem Sinne leistet also, wer zu jung und/oder zu schwer arbeiten muss – 2016 rund 152 Millionen (10 %) der 5- bis 17-Jährigen, darunter 114 Millionen, die noch keine 15 Jahre alt waren. Fast die Hälfte von ihnen, 73 Millionen, waren gefährlichen Arbeiten ausgesetzt (z.B. in Bergwerken oder auf Baustellen, im Umgang mit Giftstoffen oder schweren Lasten oder aber in überlangen Arbeitszeiten).

Die Internationale Arbeitsorganisation tritt seit langem dafür ein, die Kinderarbeit zurückzudrängen und schließlich ganz zu beseitigen. Mit der ILO-Konvention Nr. 138 von 1973 liegt dazu ein internationales Vertragswerk vor, das bislang 170 Staaten ratifiziert haben. Noch konnte aber nicht überall in der Welt ein vollständiges Verbot der Kinderarbeit erreicht werden. Deshalb brachte die ILO 1999 eine weitere Konvention auf den Weg, auf deren Grundlage die schlimmsten Formen der Kinderarbeit mit besonderem Nachdruck bekämpft werden sollen: Sklaven- oder Zwangsarbeit und der damit verbundene Kinderhandel, Kinderprostitution und -pornographie, der Missbrauch von Kindern für illegale Geschäfte (z.B. im Drogenhandel) oder als „Kindersoldaten“ in bewaffneten Konflikten und überhaupt jede Form der Arbeit, die sich schädlich auf Gesundheit, Sicherheit oder Moral von Kindern und Jugendlichen auswirkt. Die UN-Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung griff diese Ziele auf: Sie proklamiert sofortige, wirksame Maßnahmen gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit und will bis 2025 das Ende jeglicher Kinderarbeit erreichen (Agenda 2030, Ziel 8.7).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2017
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