Weltkrankheit Korruption
Infografik Nr. 632105
Korruption ist überall dort gegeben, wo öffentliche Macht zu privatem Nutzen missbraucht wird. Und sie ist keineswegs nur in ärmeren Ländern verbreitet. Wie aus dem Korruptionsindex von Transparency International hervorgeht, gelten 80 Prozent aller Staaten als ernsthaft korruptionsanfällig, darunter auch 13 Mitgliedstaaten der EU!
Korruption im öffentlichen Raum hat viele Gesichter: Bestechung von Amtsträgern, Auftragsvergabe gegen Schmiergeldzahlungen, erkaufte Genehmigungen oder Ausnahmeregelungen, Gefälligkeiten für Parteifreunde, Unterschlagung von Spendengeldern, Ausnutzen von Insider-informationen, Aneignung öffentlicher Vermögenswerte durch die politischen Eliten, „Belohnung“ ehemaliger Mandatsträger durch hochdotierte Posten in der Privatwirtschaft usw. Stets handelt es sich dabei um den Missbrauch öffentlicher Macht zu privatem Nutzen. Die Zeche dafür zahlt die Allgemeinheit. Wo Korruption herrscht, verlieren Verwaltung und Politik an Verlässlichkeit und Berechenbarkeit und damit an Vertrauen, öffentliche Mittel werden in falsche Kanäle gelenkt, der Wettbewerb wird verzerrt, ein Netz persönlicher Abhängigkeiten tritt an die Stelle rationaler Entscheidungsfindung und die Spielregeln politischer Machtausübung werden zugunsten einzelner Nutznießer außer Kraft gesetzt.
In vielen ärmeren Weltregionen, aber nicht nur dort, findet Korruption einen fruchtbaren Boden. Weit verbreitet ist der Übelstand, dass Leistungen oder Wohlwollen öffentlicher Stellen im Alltag mit Geldzuwendungen erkauft werden müssen. Nahezu ungehemmt wuchert die Korruption in „zerfallenden Staaten“, in denen die öffentlichen Funktionen weitgehend zusammengebrochen sind. So hat gerade die Bevölkerung der ärmsten Länder unter korrupten Praktiken in Politik, Justiz und Verwaltung zu leiden. In den reicheren Ländern ist Korruption eher im Beziehungsgeflecht zwischen Wirtschaft und Politik anzutreffen.
Wie stark die einzelnen Staaten vom Virus der Korruption befallen sind, zeigt der Korruptionsindex, den die Organisation Transparency International regelmäßig veröffentlicht. Der Index erfasst die Wahrnehmung der öffentlichen Korruption, wie sie sich in der Einschätzung von Geschäftsleuten oder Analysten widerspiegelt. Für jedes Land oder Gebiet liegen mindestens drei Studien dieser Art vor, aus denen dann ein Indexwert abgeleitet wird. Dieser Wert bewegt sich zwischen 100 (korruptionsfrei) und 0 (äußerst korrupt). 2025 hatten vier Fünftel der 182 untersuchten Staaten einen Indexwert von unter 60 und galten damit als ernsthaft korruptionsanfällig. Nur sieben Staaten wurde ein Indexwert von 80 und höher zuerkannt. Deutschland lag mit 77 Punkten auf Rang 10. Transparency International sieht Korruption weltweit auf dem Vormarsch. Gegenüber dem Stand vor zehn Jahren (2016) haben die USA 10, Großbritannien 11 und die Türkei sogar 12 Punkte eingebüßt. Korruptionsanfälligstes Land in der EU ist Ungarn mit nur 40 Punkten auf Rang 84.
| Ausgabe: | 03/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |