Die ideale Kinderzahl

Die ideale Kinderzahl

Infografik Nr. 021318

In Deutschland ist die Geburtenrate seit den 1960er Jahren dramatisch zurückgegangen. Es handelt sich dabei nicht um eine kurzfristige Schwankung der Geburtenhäufigkeit‚ sondern um den Übergang in eine neue Phase der demographischen Entwicklung mit nachhaltigen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben‚ die Wirtschaft und die Sozialsysteme. Das Phänomen beschränkt sich auch nicht auf Deutschland‚ sondern ist mehr oder weniger ausgeprägt überall in Europa zu beobachten. Der Grad der demographischen Veränderungen lässt sich am Rückgang der Fruchtbarkeitsraten ablesen: Gemessen am aktuellen Geburtenverhalten würde eine Frau im Lauf ihres Lebens 1‚6 Kinder zur Welt bringen (Durchschnittswert 2016 für Deutschland und die gesamte EU).

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In Deutschland ist die Geburtenrate seit den 1960er Jahren dramatisch zurückgegangen. Es handelt sich dabei nicht um eine kurzfristige Schwankung der Geburtenhäufigkeit‚ sondern um den Übergang in eine neue Phase der demographischen Entwicklung mit nachhaltigen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben‚ die Wirtschaft und die Sozialsysteme. Das Phänomen beschränkt sich auch nicht auf Deutschland‚ sondern ist mehr oder weniger ausgeprägt überall in Europa zu beobachten. Der Grad der demographischen Veränderungen lässt sich am Rückgang der Fruchtbarkeitsraten ablesen: Gemessen am aktuellen Geburtenverhalten würde eine Frau im Lauf ihres Lebens 1‚6 Kinder zur Welt bringen (Durchschnittswert 2016 für Deutschland und die gesamte EU). Damit die Neugeborenen die jeweilige Elterngeneration ersetzen‚ müssten es rechnerisch aber 2‚1 Kinder je Frau sein. Andernfalls schrumpft die Bevölkerung auf lange Sicht und wird im Durchschnitt immer älter.

In der bevölkerungspolitischen Diskussion stellt sich die Frage‚ ob es eine Rückkehr zu einer „nachhaltigen“ Bevölkerungsentwicklung geben könnte. Von besonderem Interesse dabei ist‚ wie die persönlichen Erwartungen und Wunschvorstellungen der potenziellen Mütter und Väter aussehen: Wie viele Kinder sie idealerweise haben möchten und welche Hindernisse sich der Erfüllung ihrer Wünsche in den Weg stellen.

Die ideale Kinderzahl wurde im Rahmen des deutschen Beziehungs- und Familienpanels pairfam erfragt‚ zuletzt 2015. Die Frage richtete sich an verschiedene Geburtskohorten (Gruppen annähernd gleichen Alters) in West- und Ostdeutschland. Mit ihrer Antwort sollten die noch kinderlosen Befragten – Frauen und Männer – ganz unabhängig von ihrer jeweiligen Lebenssituation darüber Auskunft geben‚ wie viele Kinder sie sich unter idealen Bedingungen wünschen.

Wie sich zeigte‚ war der Wunsch‚ überhaupt Kinder zu haben‚ sehr ausgeprägt: In der jüngsten Altersgruppe (zum Zeitpunkt der Befragung 22 bis 24 Jahre alt) wünschten sich 97% (Ost) bzw. 96% (West) mindestens ein Kind. Die meisten (69% im Osten und 62% im Westen) orientierten sich mit ihrem Kinderwunsch am herrschenden Leitbild der Zwei-Kinder-Familie. Aber 19% im Osten und sogar 30% im Westen hielten drei und mehr Kinder für ideal. Die durchschnittliche ideale Kinderzahl lag im Westen dadurch bei Männern (2‚31) wie bei Frauen (2‚25) höher als im Osten (1‚98/2‚07). Aus den Antworten lässt sich schließen‚ dass mehr Kinder geboren würden‚ wenn es gelänge‚ die Hürden zu beseitigen‚ die der Erfüllung des idealen Kinderwunsches im Wege stehen (berufliche und finanzielle Nachteile‚ fehlende Betreuung usw.).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2018
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