Alternde Bevölkerung

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Die fortschreitende Alterung der Gesellschaft ist in Deutschland wie in anderen Ländern ein sozialpolitisches Dauerthema. Was damit gemeint ist, scheint klar zu sein, verdient aber doch eine nähere Betrachtung. Dass eine Gesellschaft im Ganzen altert, ist zunächst darauf zurückzuführen, dass mehr Menschen als zu früheren Zeiten ein hohes Lebensalter erreichen. Aber das allein erklärt nicht alles. In vielen Ländern kommt hinzu, dass weniger Kinder geboren werden als noch vor einigen Jahrzehnten – mit der Folge, dass sich der gesamte Altersaufbau der Bevölkerung zu den älteren Jahrgängen hin verschiebt.

Man kann diese Veränderungen anhand einer einzigen Kennzahl über lange Zeiträume verfolgen: Das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt beständig an. 1960 waren die Einwohner des damaligen Bundesgebiets im Durchschnitt 35,9 Jahre alt. Bis 1970 änderte sich daran noch kaum etwas, denn die geburtenstarken sechziger Jahre sorgten für reichlich Nachwuchs in den unteren Altersklassen. In den 1970er Jahren machte sich dann jedoch immer stärker der Geburtenrückgang als Folge und Begleiterscheinung der gesellschaftlichen Emanzipationsprozesse jener Zeit spürbar. Der Anteil der jüngeren Jahrgänge an der Gesamtbevölkerung schrumpfte seitdem; der Anteil der älteren nahm zu. 1990 lag das Durchschnittsalter in Westdeutschland schon bei 39,6 Jahren. Nach der deutschen Einigung stieg es für die gesamtdeutsche Bevölkerung rapide weiter an: von 39,4 Jahren (1991) auf 43,7 Jahre (2010). Daran hatte auch der scharfe Geburtenrückgang in den ostdeutschen Ländern nach 1990 seinen Anteil. 2015 lag das durchschnittliche Alter nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts bereits bei 44,4 Jahren. Dabei wurde sein Anstieg zuletzt schon durch die Zuwanderung überwiegend jüngerer Menschen gebremst.

Die fortwährende Alterung der Gesellschaft hat gravierende Folgen für die Wirtschaft und die Sozialpolitik. So steigen die Ausgaben für Renten, Krankenversorgung und Pflege und wachsen die Belastungen insbesondere für die erwerbstätigen mittleren Jahrgänge. Nach einer aktuellen Studie der Bundesbank ist darüber hinaus zu erwarten, dass sich das Wirtschaftswachstum auf Grund der demographischen Veränderungen abschwächt. Zum einen zeichnet sich ein Mangel an Arbeitskräften ab, wenn die geburtenstarken Jahrgänge (bis 1964) in Rente gehen; zum anderen sinkt die Leistungsfähigkeit der Erwerbstätigen in höherem Alter. Auch eine umfangreiche Zuwanderung aus dem Ausland kann diesen Trend nur verlangsamen, zumal es vielen Zuwanderern an beruflichen Qualifikationen fehlt.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2017
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