Binnenwanderungen 2000-2011

Binnenwanderungen 2000-2011

Infografik Nr. 035201

Binnenwanderungen 2000-2011

Unter Binnenwanderungen versteht man Fort- und Zuzüge, die innerhalb eines Staates über die Gemeindegrenzen hinweg stattfinden. Zwischen 1996 und 2011 zogen ...

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Binnenwanderungen 2000-2011

Unter Binnenwanderungen versteht man Fort- und Zuzüge, die innerhalb eines Staates über die Gemeindegrenzen hinweg stattfinden. Zwischen 1996 und 2011 zogen in Deutschland jährlich 3,6 bis 4,0 Millionen Menschen von einer Gemeinde in eine andere um. Ein beträchtlicher Teil dieses Binnenwanderungsgeschehens war auch mit einem Wechsel des Bundeslandes verbunden – großenteils bedingt durch die bessere Arbeitsmarktlage oder das Hochschulangebot in der Zielregion. Die Hauptwanderungsströme führten dabei von Ost- nach Westdeutschland. Den größten Umfang erreichte die Ost-West-Wanderung gleich nach der Wende. Sie schwächte sich bis 1997 ab, stieg dann bis 2001 aber noch einmal kräftig an. Dem anschließenden Rückgang in den wirtschaftlich schwachen Jahren bis 2005 folgte erneut ein leichter Anstieg, ehe sie im Krisenjahr 2009 deutlich schrumpfte.

Der Weg von Ost nach West war keine Einbahnstraße. So standen den Fortzügen aus den neuen Ländern stets auch umfangreiche Zuzüge gegenüber. Unter dem Strich überwogen aber seit der deutschen Einigung im Osten stets die Bevölkerungsverluste, während das alte Bundesgebiet, wenn man es als Ganzes nimmt, stets Wanderungsgewinne verbuchte. Eine Sonderrolle nimmt das Land Berlin ein, dessen Wanderungsbilanz deshalb auch für sich betrachtet werden soll. Verlor Berlin auf Grund seiner wirtschaftlichen Probleme und durch die Abwanderung ins Umland bis 2005 noch jährlich einen Teil seiner Bevölkerung an den Westen Deutschlands oder die neuen Länder (speziell Brandenburg), so drehte sich der Trend ab 2006 und bescherte der Hauptstadt mit wachsender Attraktivität wieder ansehnliche Wanderungsüberschüsse.

2011 lagen die Binnenwanderungsgewinne des alten Bundesgebiets und die -verluste der neuen Länder so dicht beieinander wie noch in keinem Jahr seit 1990. Per Saldo gewannen die westdeutschen Länder lediglich 8900 Einwohner hinzu, während die ostdeutschen Flächenländer zusammen 24200 Einwohner verloren. Berlin als Dritter im Bunde verzeichnete einen Netto-Zuzug von 15300 Einwohnern.

Als problematisch erweist sich die selektive Wirkung der Binnenwanderung: Im Allgemeinen sind es vor allem jüngere Menschen (Erwerbstätige und Studierende), die ihr Bundesland verlassen. Hält dieser Prozess über längere Zeit an, wirkt er sich negativ auf die Struktur der Erwerbsbevölkerung im Ausgangsland aus und verstärkt den Prozess der demographischen Alterung.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 02/2013
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