Lebensgemeinschaften

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In Deutschland wie in den meisten Nachbarländern hat sich das Heiratsverhalten der jungen Erwachsenen in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Seit Ende der 196 ...

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Lebensgemeinschaften

In Deutschland wie in den meisten Nachbarländern hat sich das Heiratsverhalten der jungen Erwachsenen in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Seit Ende der 1960er Jahre wurde das überkommene Ehe- und Familienleitbild von der jüngeren Generation zunehmend in Frage gestellt. Neben der traditionellen, rechtlich fest gefügten und privilegierten Institution der Ehe entwickelten sich neue Formen der Geschlechterbeziehung, die dem Selbstständigkeits- und Unabhängigkeitsbedürfnis der Partner größeren Raum ließen und dem veränderten Rollenverständnis der auf Gleichberechtigung drängenden, berufstätigen Frau entgegenkamen. Die früher vorherrschenden Moralvorstellungen, die sexuelle Beziehungen nur innerhalb der Ehe erlaubten, machten einer allgemein toleranteren Einstellung Platz.

So ging einerseits die Heiratshäufigkeit zurück, andererseits wurde die „Ehe ohne Trauschein“, das nichteheliche Zusammenleben von Mann und Frau in einem Haushalt, zunehmend gesellschaftsfähig. 1972 gab es in Westdeutschland nach Schätzungen des Statistischen Bundesamts erst etwa 137000 nichteheliche Lebensgemeinschaften, 2011 jedoch schon rund 1,99 Mio. In Ostdeutschland (einschließlich Berlin) bestanden 2011 etwa 739000 derartige Partnerschaften, in Deutschland insgesamt rund 2,73 Mio. Gleichzeitig gab es bundesweit 18,01 Mio Ehepaare. Von sämtlichen gemischtgeschlechtlichen Paargemeinschaften hatte sich also mehr als jede achte (13,2%) für ein Zusammenleben ohne eheliche Bindung entschieden.

Eine generelle Ablehnung der Ehe ist mit dieser Lebensform aber nicht zwangsläufig verbunden. Bei vielen nichtehelichen Lebensgemeinschaften handelt es sich nämlich um eine Art Probeehe, die nach einiger Zeit doch in eine formelle Eheschließung einmündet. Es sind aber nicht nur ledige junge Leute, die solche Beziehungen eingehen. Vielmehr bringt mehr als jeder vierte Partner in einer nichtehelichen Gemeinschaft schon Eheerfahrung mit und die Zahl derer, die in reiferem Alter unverheiratet zusammenleben, nimmt zu.

Neben den Lebensgemeinschaften zwischen Mann und Frau gibt es in Deutschland auch immer mehr Verbindungen, in denen Männer oder Frauen als Paare zusammenleben. Aus den Befragungen zum Mikrozensus 2011 lässt sich eine Gesamtzahl von 67000 gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften herleiten, davon rund 27000 in der verbindlicheren Form der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“, die 2001 eingeführt wurde. Diese Zahlen sind jedoch eher als Untergrenze zu betrachten. Etwa 60% der gleichgeschlechtlichen Gemeinschaften bestehen aus Männern, 40% aus Frauen.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2013
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