Adoptionen. Kinder finden neue Eltern

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Es gibt Kinder, die keine Familie und kein Zuhause haben, aus den unterschiedlichsten Gründen nicht von ihren leiblichen Eltern großgezogen werden können, manchmal auch völlig vernachlässigt werden oder mit ihrer Herkunftswelt selbst nicht zurechtkommen. Andererseits kommt es nicht eben selten vor, dass (Ehe-)Paare ungewollt kinderlos bleiben. Passt alles zusammen, kann jedoch beiden Seiten durch eine Adoption geholfen werden: Die Kinder finden ein neues Elternhaus und für die frisch gebackenen Eltern geht der Kinderwunsch doch noch in Erfüllung. Mit der Adoption ändern sich die Lebensverhältnisse des Kindes und der Adoptiveltern grundlegend. Wird das Kind durch fremde Menschen angenommen, löst es sich ganz aus seiner bisherigen Umwelt und wird Teil der neuen Familie – mit allen Folgen für seine Rechtsstellung und seine verwandtschaftlichen Bindungen. Häufiger als eine Fremdadoption, bei der zwischen dem Adoptivkind und den aufnehmenden Eltern vorher keine familiäre Beziehung besteht, findet heute jedoch eine Adoption durch Stiefvater, Stiefmutter oder Verwandte statt. Die Adoption zieht in diesem Fall also nur die rechtliche Konsequenz aus einer bereits bestehenden familiären Bindung.

Nach Zahlen der amtlichen Statistik wurden in Deutschland 2016 insgesamt 3976 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren adoptiert. Seit 2009 stagniert die Zahl der Adoptionen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Gegen Ende der siebziger Jahre gab es noch mehr als doppelt so viele Adoptionen, danach war das Adoptionsgeschehen über Jahrzehnte rückläufig. Nur nach der deutschen Einigung, als sich erstmals auch die ostdeutschen Adoptionen in der Statistik niederschlugen, gab es einen kurzen Anstieg. Für den langjährigen Rückgang der Adoptionen kommt ein ganzes Bündel möglicher Ursachen in Betracht: • Da die gesellschaftliche Abwertung alleinstehender Mütter im Schwinden begriffen ist, werden immer weniger Kinder aus diesem Motiv zur Adoption freigegeben. • Alternative Formen der Betreuung (in einem Heim, durch Pflegeeltern) können dem Wohl des Kindes im Einzelfall zuträglicher sein als eine Adoption; die Jugendhilfe macht von diesen Möglichkeiten verstärkt Gebrauch. • Durch die Reform des Kindschaftsrechts (1998) wurde die Rechtsstellung der Stiefeltern gegenüber ihren Stiefkindern verbessert, so dass ein möglicher Adoptionsgrund entfiel. • Gleichzeitig wurden Stiefeltern-Adoptionen, durch die meist das Band zum leiblichen Vater gekappt wird, von der Jugendhilfe zunehmend kritisch gesehen. • Nach dem In-Kraft-Treten des Haager Adoptionsübereinkommens (2002), das strengere Maßstäbe für die Adoption von Kindern aus dem Ausland aufstellt, ging auch die Zahl der Auslandsadoptionen stark zurück. 2016 wurden nach offiziellen Zahlen noch 563 ausländische Kinder zur Adoption nach Deutschland geholt.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2017
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