Todesfälle

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Mit den allgemeinen Lebensumständen der Menschen, den Umwelteinflüssen und den Fortschritten der Medizin verändert sich auch das Risiko, an der einen oder anderen Krankheit zu sterben. Werden die Kriegszeiten ausgeklammert, so ist die Sterblichkeit in Deutschland seit Anfang des 20. Jahrhunderts drastisch zurückgegangen: 1910 kamen auf 100000 Einwohner des Deutschen Reichs noch 1508 Sterbefälle; dagegen wurden in Deutschland 2015 – trotz des viel höheren Durchschnittsalters der Bevölkerung – nur rund 1125 Sterbefälle je 100000 Einwohner registriert. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines neugeborenen Kindes lag 1910 erst bei 47 Jahren; heute beträgt sie schon über 80 Jahre.

Viele Krankheiten, die vor wenigen Generationen noch tödlichen Schrecken verbreiteten, treten unter den heutigen Lebensumständen seltener auf oder lassen sich medizinisch besser beherrschen. Dazu zählen vor allem die infektiösen Erkrankungen wie Diphtherie, Tuberkulose, Keuchhusten oder Masern. Auch die einst als Hauptursache der Säuglingssterblichkeit gefürchteten ernährungsbedingten Krankheiten haben an Bedeutung verloren. Dafür werden viel mehr Menschen von den im höheren Alter auftretenden „degenerativen“ Krankheiten (wie Herz-Kreislauf-Störungen oder Krebsleiden) dahingerafft.

Im Lauf des Jahres 2015 starben in Deutschland rund 925200 Menschen – 449500 Männer und 475700 Frauen. Mehr als 96 % dieser Todesfälle wurden durch Krankheiten verursacht, die übrigen knapp 4 % durch Unfälle oder sonstige nichtnatürliche Einwirkungen. Als häufigste Todesursachen erwiesen sich die Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, an denen 35 % der Männer und 42 % der Frauen starben. 1990 war geschlechterübergreifend allerdings noch jeder zweite Todesfall darauf zurückzuführen. Krebserkrankungen – als zweithäufigste Todesursache – lösten 2015 bei den Männern etwa 28 %, bei den Frauen 23 % der Sterbefälle aus. Bei den Männern standen Bronchial- oder Lungenkrebs und Prostatakrebs im Vordergrund, bei den Frauen Brustkrebs und Lungenkrebs. Darmkrebs gehört inzwischen sowohl bei Männern wie bei Frauen zu den häufigsten Todesursachen.

Auf die übrigen krankheitsbedingten Todesursachen (darunter Diabetes mellitus, Lungenentzündung, chronische Leberleiden, Nierenversagen und psychische Störungen) entfielen 32 % der Sterbefälle bei den Männern und 33 % bei den Frauen. Insgesamt weisen Männer eine höhere Sterblichkeit auf als Frauen. Das erklärt sich zum großen Teil aus verhaltens- und umweltbedingten Faktoren, insbesondere aus einer riskanteren Lebensführung (Rauchen, Trinken, Fahrstil, Sport) und aus größeren Gesundheitsrisiken im Beruf.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2017
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