Steigende Lebenserwartung

Steigende Lebenserwartung

Infografik Nr. 021490

Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark angestiegen. Dazu haben sowohl die Fortschritte der Medizin als auch verbesserte Hygienevorkehrungen, eine gesündere, ausreichende Ernährung, erträglichere Arbeitsbedingungen, bessere Wohnverhältnisse usw. beigetragen. Wenigstens gilt das für „normale“ Zeiten, in denen keine äußeren Ursachen wie Kriege oder Epidemien auf die Sterblichkeit einwirken.

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Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark angestiegen. Dazu haben sowohl die Fortschritte der Medizin als auch verbesserte Hygienevorkehrungen, eine gesündere, ausreichende Ernährung, erträglichere Arbeitsbedingungen, bessere Wohnverhältnisse usw. beigetragen. Wenigstens gilt das für „normale“ Zeiten, in denen keine äußeren Ursachen wie Kriege oder Epidemien auf die Sterblichkeit einwirken.

Die Kinder, die im Gründungsjahrzehnt des Deutschen Reiches zur Welt kamen, hatten – wie sich aus der Sterbetafel 1871/1881 ergibt – eine durchschnittliche Lebenszeit von nicht einmal 36 Jahren (als Jungen) bzw. gut 38 Jahren (als Mädchen) vor sich. Kurz nach der Jahrhundertwende (1910/11) lag die Lebenserwartung der Neugeborenen schon bei 47 bzw. 51 Jahren. Diese Entwicklung war entscheidend darauf zurückzuführen, dass mehr Jungen und Mädchen das besonders gefährdete Säuglings- und Kleinkindalter überlebten.

Inzwischen ist die Lebenserwartung der Neugeborenen in Deutschland bereits mehr als doppelt so hoch wie zur Zeit der Reichsgründung und steigt immer noch an, wenn auch allmählich langsamer. Nach den Sterblichkeitsverhältnissen der Jahre 2016/18 haben Jungen von ihrer Geburt an im Durchschnitt noch 78,3 Jahre zu leben, Mädchen sogar 83,3 Jahre. Allein seit der deutschen Einigung haben männliche Neugeborene 6 Jahre, weibliche mehr als 4 Jahre an Lebenserwartung hinzugewonnen. Die um 1990 noch beträchtlichen Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland sind inzwischen weitgehend eingeebnet.

Die langfristig steigende Lebenserwartung führte zu gravierenden Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung. Hatten zur Reichsgründungszeit nur 25 von 100 neugeborenen Jungen Aussicht, ihren 65. Geburtstag zu erleben, kommen unter den heutigen Bedingungen 85 von 100 Neugeborenen so weit. Und bei den Frauen erreichen heute schon 92 von 100 Neugeborenen (statt 30 wie damals) ein Alter von 65 Jahren. Wer bis zum Alter von 65 vorgestoßen war, konnte 1871/81 mit 10 weiteren Lebensjahren rechnen. Nach den heutigen Verhältnissen stehen einer Frau, die ihren 65. Geburtstag feiert, im Durchschnitt noch weitere 21 Lebensjahre bevor, bei den 65-jährigen Männern beträgt die weitere Lebenserwartung fast 18 Jahre. Die zunehmende Alterung der Gesellschaft macht verständlich, warum den Fragen der sozialen Sicherung, der Gesundheitsversorgung und der Pflege im Alter heute so große Bedeutung zukommt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2019
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