Die Last auf der mittleren Generation

Die Last auf der mittleren Generation

Infografik Nr. 035150

Der Altersaufbau der Bevölkerung hat entscheidende Auswirkungen auf die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse eines Landes. Denn aus dem, was die wirtschaftlich aktive mittlere Generation erarbeitet, müssen – vereinfacht gesehen – auch die Bedürfnisse der jüngeren und der älteren Generation bestritten werden. Die dazu notwendige Umverteilung zwischen den Generationen erfolgt teils direkt innerhalb der Familien, teils indirekt über den Staat und die sozialen Sicherungssysteme.

Verfügbare Produktformate:

Verhältnisse eines Landes. Denn aus dem, was die wirtschaftlich aktive mittlere Generation... mehr
Mehr Details zu "Die Last auf der mittleren Generation"

Verhältnisse eines Landes. Denn aus dem, was die wirtschaftlich aktive mittlere Generation erarbeitet, müssen – vereinfacht gesehen – auch die Bedürfnisse der jüngeren und der älteren Generation bestritten werden. Die dazu notwendige Umverteilung zwischen den Generationen erfolgt teils direkt innerhalb der Familien, teils indirekt über den Staat und die sozialen Sicherungssysteme. Wirtschaft und Politik, aber auch die Bürger in ihrer privaten Lebensplanung, müssen sich daher rechtzeitig auf die zu erwartenden Verschiebungen im Altersaufbau und damit im Verhältnis zwischen „tragenden“und „lastenden“ Teilen der Gesellschaft einstellen.

Die künftige demographische Entwicklung in Deutschland wird einerseits durch niedrige Geburtenraten, andererseits durch die steigende Lebenserwartung bestimmt. Falls sich das generative Verhalten der Menschen nicht grundlegend ändert – wofür es derzeit keine Anhaltspunkte gibt –, wird die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in den kommenden Jahrzehnten stark zurückgehen und die der mittleren Jahrgänge ebenfalls schrumpfen, während die Zahl der älteren Menschen weiter zunimmt. Überlagert wird diese Grundtendenz durch die bereits gegebenen Schwankungen der Jahrgangsstärke, die sich im Altersaufbau Jahr für Jahr nach oben schieben. Der Altersmedian, der die Bevölkerung in eine jüngere und eine ältere Hälfte teilt, liegt heute bei 45 Jahren, steigt aber bis 2060 auf 48 Jahre an. Das ist ein Ergebnis der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Bundes und der Länder, die für den Zeitraum bis 2060 mehrere Varianten der Bevölkerungsentwicklung durchspielt. Welchen Weg die Entwicklung auch einschlägt: Auf die mittleren, erwerbsfähigen Jahrgänge kommen wachsende Belastungen zu.

Betrachtet man die 20- bis 64-Jährigen als wirtschaftlich tragenden Pfeiler der Gesellschaft, so standen 100 Angehörigen dieser Altersgruppe im Jahr 2000 je 34 „Junge“ (unter 20 Jahren) und 27 „Alte“ (ab 65 Jahren) gegenüber. 2060 haben 100 Menschen mittleren Alters jeweils 35 Jüngere und bereits 58 Ältere mitzuversorgen (Variante 2 mit moderater Geburtenrate, Lebenserwartung und Zuwanderung). Zwischen 2020 und 2030 wird eine kritische Phase erreicht, wenn die Kinder des Babybooms der 1960er Jahre ins Rentenalter hineinwachsen und die „Altenlast“ binnen weniger Jahre kräftig ansteigt. Um diesen Übergang abzumildern, wird die Regelaltersgrenze in der Rentenversicherung zwischen 2012 und 2030 gleitend auf 67 Jahre angehoben, so dass sich die Zeit der Erwerbsaktivität entsprechend verlängert.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 10/2019
Zuletzt angesehen