Alleinlebende in Deutschland

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In der bunten Vielfalt der Lebensformen, in denen sich die deutsche Gesellschaft einrichtet, nimmt das Alleinleben einen immer breiteren Raum ein. Alleinlebende sind nach der Begriffsbestimmung des Statistischen Bundesamts all jene Personen, die allein in einem Einpersonenhaushalt wohnen, unabhängig davon, ob sie ledig, verheiratet, geschieden oder verwitwet sind. Nach dieser Definition gab es in Deutschland 2015 rund 16,7 Millionen Alleinlebende im Alter ab 20 Jahren. Das entsprach einem Viertel (25 %) der Gesamtbevölkerung dieses Alters. Seit 1991, dem Jahr nach der deutschen Einigung, stieg die Zahl der Alleinlebenden um 5,0 Millionen an. Besonders ausgeprägt war die Zunahme bei den Männern (+ 3,6 Mio), weniger stark bei den Frauen (+ 1,4 Mio).

Diese Entwicklung ist besser zu verstehen, wenn man sich klar macht, welche unterschiedlichen biographischen Situationen hinter dem Alleinleben einer Person stehen können. Alleinlebende sind zum Beispiel: jüngere Menschen, die nach dem Auszug aus dem Elternhaus zunächst für sich bleiben; Personen, die zwar eine feste Beziehung unterhalten, aber getrennte Haushalte führen; Männer und Frauen meist mittleren Alters, die nach einer Trennung oder Scheidung allein wohnen; und schließlich verwitwete ältere Menschen. In verschiedenen Lebensphasen sind also Formen des Alleinlebens zu beobachten, die auf ganz unterschiedlichen Motiven und Ursachen beruhen. Ob sich hinter dem Alleinleben eine bewusste Entscheidung für einen ungebundenen Lebensstil oder eine von den Umständen erzwungene Vereinsamung verbirgt, ist aus den nüchternen Zahlen der Statistik nicht zu erkennen.

Die starke Zunahme der Alleinlebenden in der jüngeren Altersgruppe (20- bis 34-Jährige) erklärt sich, bei den Männern mehr noch als bei den Frauen, zu einem guten Teil aus der Verlängerung der Ausbildung und der Berufsfindung und dem damit einhergehenden Aufschub der Familiengründung. Von den Männern dieses Alters lebte 2015 fast jeder dritte (31 %) allein. In der mittleren Altersgruppe (35- bis 64-Jährige) hat sich der Anteil der alleinlebenden Männer zwischen 1991 und 2015 sogar mehr als verdoppelt (auf 23 %). Mögliche Gründe dafür: Zum einen bleiben Männer heute häufiger und länger ledig; zum anderen gehen sie in dieser Altersgruppe öfter als Single aus gescheiterten Beziehungen hervor, während Frauen mit den Kindern zusammenbleiben. In der Altersgruppe ab 65 Jahren lebten von den Frauen 2015 rund 44 % allein. Dieser hohe Anteil ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass Frauen ihre meist älteren Partner oft um viele Jahre überleben. 1991 war er mit 55 % sogar noch deutlich höher.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Ausgabe: 07/2017
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