Haushalte im Wandel der Zeiten

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Infografik Nr. 042560

Haushalte im Wandel der Zeiten

Im Deutschen Reich lebten 1871 rund 40,4 Millionen Menschen in 8,7 Millionen Haushalten. Rein rechnerisch kamen damit 4,6 Personen auf einen Haushalt. Zu ...

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Haushalte im Wandel der Zeiten

Im Deutschen Reich lebten 1871 rund 40,4 Millionen Menschen in 8,7 Millionen Haushalten. Rein rechnerisch kamen damit 4,6 Personen auf einen Haushalt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Haushalte im Durchschnitt noch fast genauso groß. Seitdem haben sich die Formen gemeinsamen Lebens und Wirtschaftens jedoch massiv verändert. Während die Zahl der Haushalte in Deutschland ständig zunahm, ging die durchschnittliche Haushaltsgröße ebenso kontinuierlich zurück. Diese Entwicklung, die in den Jahren zwischen 1925 und 1939 schon in raschem Tempo begann, setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg fort und ist noch immer nicht abgeschlossen. 2014 gab es in Deutschland nach den Ergebnissen des Mikrozensus 40,2 Millionen Haushalte. Der Durchschnittshaushalt war mit 2,0 Personen aber nicht einmal halb so groß wie zur Zeit der Reichsgründung.

Zu diesen langfristigen Veränderungen der Haushaltsstruktur haben verschiedene Faktoren beigetragen. War es im 19. Jahrhundert noch gang und gäbe, dass familienfremde Personen (Dienstboten, Schlafgänger, Lehrlinge) in einen Haushalt aufgenommen wurden, so beschränkt sich das Zusammenleben in Mehrpersonenhaushalten heute in aller Regel auf die Lebenspartner oder die Kernfamilie (Eltern/Kinder). Mit dem Rückgang der Geburten wurden auch die Familien immer kleiner. Die steigende Lebenserwartung führte außerdem zu einer wachsenden Zahl älterer, auf sich allein gestellter Menschen, während gleichzeitig immer mehr junge Leute dazu übergingen, das Elternhaus frühzeitig zu verlassen und ihren eigenen Haushalt zu gründen. Begünstigt wurde die Entwicklung schließlich durch den Ausbau der sozialen Sicherung, die den Einzelnen vom Familienverband unabhängiger machte.

Der Rückgang der durchschnittlichen Haushaltsgröße hängt eng mit der Zunahme der Einpersonenhaushalte zusammen. Bestanden in Deutschland 1871 lediglich 6 % aller Haushalte aus einer allein lebenden Person, so waren es 2014 bereits 41 %, in Berlin sogar 54 %. In Einpersonenhaushalten leben häufig ältere Menschen, die nach dem Tod des Partners allein stehen. So führen derzeit etwa 20 % der Männer und 45 % der Frauen ab 65 Jahren ihren Haushalt als Einzelperson. Zunehmend haben aber auch die Jüngeren den Single-Haushalt als Lebensform für sich entdeckt: Von den jungen Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren lebt mehr als jeder vierte (27 %) allein im eigenen Haushalt. In den mittleren Altersschichten dominiert noch der aus Eltern und Kind(ern) bestehende Zwei-Generationen-Haushalt. Die Familien sind heute aber durchschnittlich kleiner und bleiben nicht so lange zusammen wie in früheren Zeiten.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2015
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