Entwicklung der Steuereinnahmen 1991-2020

Entwicklung der Steuereinnahmen 1991-2020

Infografik Nr. 181120

Das ZAHLENBILD geht auf die Entwicklungen der Steuereinnahmen in den Jahren 1991 bis 2020 ein und erläutert steuerrechtliche Änderungen, die die Steuernabgabe beeinflussen. Direkt herunterladen!

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Im modernen Leistungsstaat verlassen sich die Bürger auf die Finanzkraft ihres Staates: Er soll die soziale Sicherung der Menschen gewährleisten, eine tragfähige öffentliche Infrastruktur bereitstellen, Wissenschaft und Forschung fördern und die wirtschaftliche Entwicklung durch zielgerichtete Hilfen stützen und anregen. Die Kehrseite dieser umfassenden Aufgabenzuweisung zeigt sich darin, dass der Staat die Mittel für seine Tätigkeit in Form von Steuern eintreiben muss. Stets handelt es sich dabei um einen Balanceakt zwischen Überforderung der Steuerzahler auf der einen Seite und Einschränkung der staatlichen Leistungen auf der anderen Seite. Zwar besteht die Möglichkeit, den Leistungsspielraum des Staats durch die Aufnahme von Schulden zu erweitern, doch lässt sich diese scheinbare Lösung nur für eine kurze Zeit aufrechterhalten.

Die Entwicklung der Steuereinnahmen unterliegt meist konjunkturbedingten Schwankungen. Das gilt in besonderem Maß für die unmittelbar gewinn- und einkommensabhängigen Steuern wie die Einkommensteuer, die Körperschaftsteuer oder die Kapitalertragsteuern. Mit einer gewissen Verzögerung sind aber auch die verbrauchsabhängigen Steuern (vor allem die Mehrwertsteuer) vom Auf und Ab der Konjunktur betroffen. Verfolgt man die Entwicklung in Deutschland seit Beginn der 1990er Jahre, so sprudelten die Steuereinnahmen in den Wachstumsjahren 2000, 2008 und dank der steigenden Beschäftigung ab 2011 besonders stark. 2019 wurde mit Einnahmen von 799 Mrd € ein neuer Rekord verzeichnet. Dagegen stagnierte das Steueraufkommen in der wirtschaftlich schwachen Phase zwischen 2001 und 2005; im Jahr 2009 hinterließ die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise tiefe Spuren in den öffentlichen Kassen, und 2020 ließ die Corona-Pandemie die Steuereinnahmen einbrechen.

Die Steuereinnahmen werden darüber hinaus aber auch durch politisch gewollte Eingriffe in das Steuerrecht beeinflusst. Auch dafür gab es in den Jahren seit der deutschen Einigung mehrere eindrückliche Beispiele. So war die Einnahmeschwäche der Jahre ab 2001 teilweise auch auf die Auswirkungen der großen Steuerreform 2000/2005 zurückzuführen, die mit der Senkung der Einkommen- und Körperschaftsteuer Bürger und Unternehmen entlastete. Im Gegenzug führte die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von 16 auf 19 % im Jahr 2007 zu sprunghaft steigenden Steuereinnahmen. Trotz aller Schwankungen blieb die Steuerquote – Steuereinnahmen gemessen am Bruttoinlandsprodukt – seit 1991 bemerkenswert stabil. Ihr Wert pendelte meist um 20 % des BIP, so auch im Jahr 2020, als sie bei 21,9 % lag.

Ausgabe: 11/2021
Reihe: 53
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