Ärztliche Versorgung in Deutschland

Ärztliche Versorgung in Deutschland
Seitenanzahl

1

Ärztliche Versorgung in Deutschland

Im Vergleich mit anderen Industrieländern verfügt Deutschland über ein personell recht gut ausgestattetes Gesundheitssystem. Die Ärztedichte ...

Verfügbare Produktformate:

Bitte wählen Sie vor Ihr Produktformat aus
Ärztliche Versorgung in Deutschland Im Vergleich mit anderen Industrieländern verfügt... mehr
Mehr Details zu "Ärztliche Versorgung in Deutschland"

Ärztliche Versorgung in Deutschland

Im Vergleich mit anderen Industrieländern verfügt Deutschland über ein personell recht gut ausgestattetes Gesundheitssystem. Die Ärztedichte nahm über Jahrzehnte stetig zu: Kamen 1970 im damaligen Bundesgebiet durchschnittlich 16 berufstätige Ärzte auf jeweils 10000 Einwohner, waren es 2012, auf ganz Deutschland bezogen, schon mehr als doppelt so viele (43 je 10000 Einwohner). Allein seit der deutschen Einigung hat sich die ärztliche Versorgung, statistisch gesehen, noch einmal stark verbessert: Nach Angaben der Bundesärztekammer stieg die Zahl der berufstätigen Ärzte zwischen 1991 und 2012 von 244200 auf 348700. Schlüsselt man die Gesamtzahl näher auf, so entfielen 2012 rund 144100 Ärzte (41%) auf die ambulante Versorgung und 174800 (50%) auf den stationären Bereich. Weitere 29800 (9%) arbeiteten in der Gesundheitsverwaltung, in der Forschung und sonstigen Bereichen.

Von den ambulant praktizierenden Ärzten waren 123200 als niedergelassene Ärzte („Ärzte in freier Praxis“) tätig, 20900 gingen ihrem Beruf als angestellte Ärzte in einer größeren Praxis nach. Fast alle niedergelassenen Ärzte (122200) nahmen als Vertragsärzte der gesetzlichen Krankenversicherung („Kassenärzte“) an der Versorgung der breiten Bevölkerung teil. Nahezu jeder zweite von ihnen (56100) praktizierte als Hausarzt und war damit insbesondere zuständig für • die kontinuierliche ärztliche Betreuung ihrer Patienten in Kenntnis des jeweiligen familiären und häuslichen Hintergrunds, • die Koordination der diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen, • die zentrale Dokumentation der Behandlungsunterlagen ihrer Patienten und • die Einleitung oder Durchführung von Maßnahmen zur Prävention und zur Rehabilitation (§73 SGBV). Die ambulante fachärztliche Versorgung wurde von rund 66100 Vertragsärzten wahrgenommen – mit Schwerpunkten in der Inneren Medizin, bei Frauenärzten, Kinderärzten, Augenärzten und Hals-Nasen-Ohren-Ärzten, Chirurgen, Orthopäden sowie Psychiatern/Psychotherapeuten.

Schon auf Grund der demographischen Entwicklung ist mit einem weiterhin wachsenden Bedarf an Ärzten zu rechnen. Umso bedenklicher ist es, dass vor allem in einigen ländlichen Gegenden Ost- und Norddeutschlands bereits ein empfindlicher Ärztemangel herrscht. Das Anfang 2012 in Kraft getretene Versorgungsstrukturgesetz lässt deshalb eine flexiblere Bedarfsplanung zu und schafft Anreize für Ärzte, sich in unterversorgten Gebieten niederzulassen. Dazu gehören sowohl finanzielle und organisatorische Verbesserungen als auch die Aufhebung der Pflicht, als Vertragsarzt am Ort der Praxis zu wohnen.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 07/2013
Zuletzt angesehen