Rentenbestand in der gesetzlichen Rentenversicherung

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Rentenbestand in der gesetzlichen Rentenversicherung

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Rentenbestand in der gesetzlichen Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist das Kernstück der sozialen Sicherung in Deutschland. Seit ihren Anfängen in der Bismarck?schen Sozialgesetzgebung (1889) hat sie sich von einer staatlichen Hilfskasse für Arbeiter zu einer „Volksversicherung“ entwickelt, in die der größte Teil der Bevölkerung einbezogen ist. Heute erhalten im alten Bundesgebiet etwa 87 % der älteren Menschen ab 65 Jahren eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung; in den neuen Ländern sind es sogar 99 %. (Für Beamte besteht ein eigenes Alterssicherungssystem; ein Großteil der Selbstständigen ist auf eigene Altersvorsorge angewiesen. )

Das Rentensystem der früheren Bundesrepublik wurde 1992 auf ganz Deutschland ausgedehnt. In den folgenden zwei Jahrzehnten stieg die Zahl der regelmäßig ausgezahlten Renten kontinuierlich an – von 19,3 Mio (1992) auf 25,2 Mio (2012). 2013 gab es erstmals einen leichten Rückgang. Der Zuwachs hatte mehrere Ursachen. Zunächst den Altersaufbau der Bevölkerung, der etwa bis zum Jahr 2000 jährlich mehr Menschen ins Rentenalter hineinwachsen ließ. Dann die wachsende Lebenserwartung der Rentnergeneration – mit der Folge, dass sich die durchschnittliche Laufzeit der Renten ständig verlängerte. Drittens die vorzeitige Inanspruchnahme der Renten, sei es in Form der eigentlichen „Frührenten“ bei verminderter Erwerbsfähigkeit oder durch Nutzung der gesetzlichen Optionen für einen vorgezogenen Rentenbeginn (Altersrente für Frauen, bei Arbeitslosigkeit, für langjährig Versicherte, für schwerbehinderte Menschen). Schließlich aber auch sozialpolitische Maßnahmen wie die Verkürzung der Wartezeiten oder die Anrechnung von Kindererziehungszeiten, die oft überhaupt erst einen Rentenanspruch entstehen ließen.

Für Ende des Jahres 2013 weist die Statistik der gesetzlichen Rentenversicherung einen Bestand von 25,2 Mio Renten aus; davon entfielen 20,1 Mio auf Westdeutschland und gut 5,0 Mio auf Ostdeutschland. Sie untergliederten sich in 19,4 Mio selbsterworbene Versichertenrenten (Altersrenten, Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit) und 5,8 Mio Hinterbliebenenrenten (Witwen-, Witwer-, Waisenrenten). Da etwa 4,1 Mio Rentnerinnen und Rentner mehr als eine Rente bezogen, war die Zahl der Rentenempfänger insgesamt geringer: Sie belief sich auf 20,6 Mio – 8,8 Mio Männer und 11,8 Mio Frauen.

Die Zahl der Renten und der Rentenempfänger nahm über lange Jahre rascher zu als die der rentenversicherten Erwerbstätigen, aus deren Beiträgen die laufenden Renten zum überwiegenden Teil finanziert werden. Infolgedessen verschlechterte sich die sogenannte Rentenlastquote: 1992 mussten 1000 Pflichtversicherte für 600 Versicherten- und Witwenrenten aufkommen, 2012 aber schon für rund 830.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2014
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