Vorzeitig in Rente - mit Abschlägen

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Vorzeitig in Rente – mit Abschlägen

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Vorzeitig in Rente – mit Abschlägen

Die Rentenpolitik der Bundesrepublik Deutschland räumte den Sozialversicherten in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene Möglichkeiten ein, schon vor Erreichen der regulären Altersgrenze in den Ruhestand zu gehen. Die Frühverrentung sollte nicht nur die Lage der Arbeitsinvaliden erleichtern, sondern auch den Arbeitsmarkt entlasten, indem z.B. langjährig Versicherte und Arbeitslose einige Jahre früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden konnten, um für die nachrückenden Jahrgänge Platz zu machen. In stillem Einverständnis zwischen den Versicherten und ihren Arbeitgebern wurden diese Möglichkeiten in großem Maßstab genutzt. Die erhofften arbeitsmarktpolitischen Wirkungen blieben jedoch aus. Dafür geriet das Rentenversicherungssystem unter Druck, denn die Frühverrentung verlängerte zusätzlich zur steigenden Lebenserwartung die Rentenbezugsdauer und verursachte damit höhere Ausgaben, die der Versichertengemeinschaft wiederum höhere Beiträge abverlangten.

Die Rentenreformen ab 1992 traten dieser Entwicklung entgegen, indem sie die Altersgrenzen für den Einstieg in die verschiedenen Frührenten anhoben und Abschläge auf die vorzeitig begonnenen Renten einführten. Nach Ablauf der Übergangsfristen gelten diese Abschläge seit 2005 allgemein: Für jeden Monat zwischen dem vorzeitigen Rentenbeginn und der regulären Altersgrenze von 65 Jahren wird die Rente um 0,3 % gekürzt. Bei den Altersrenten für schwerbehinderte Menschen oder für langjährig Versicherte kann der Abschlag bis zu 10,8 % des Rentenanspruchs ausmachen, bei der Altersrente für Frauen oder der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit kann er sogar bis zu 18,0 % betragen. Dieser Abschlag ist als Ausgleich dafür gedacht, dass Frührentner ihre Rente im Durchschnitt länger beziehen als diejenigen, die erst mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen. Er gilt deshalb für die gesamte Dauer des Rentenbezugs und wirkt sich danach gegebenenfalls auch noch auf die Hinterbliebenenrenten aus.

Wie aus der Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht, ist ein großer Teil der Neurentner von Rentenabschlägen betroffen. 2010 wurden von den 856220 neu bewilligten Versichertenrenten nur 42% ohne Abschlag ausgezahlt. Fast alle Erwerbsminderungsrenten und jede zweite Altersrente (48%) wurden um einen Abschlag vermindert. Im Durchschnitt fielen die Renten dadurch um 100 Euro im Monat niedriger aus. In Westdeutschland waren 43%, in Ostdeutschland sogar 70% der Altersrenten mit einem Abschlag belegt. Die davon betroffenen Rentner und Rentnerinnen gingen im Westen durchschnittlich 37 Monate, im Osten 41 Monate vor dem 65. Geburtstag in den Ruhestand.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 7/2011
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