Rente für Kindererziehung

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Die gesetzliche Rentenversicherung stützt sich im Wesentlichen auf die Beiträge der aktiven Arbeitnehmer (und ihrer Arbeitgeber) und sichert deren Auskommen i ...

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Rente für Kindererziehung

Die gesetzliche Rentenversicherung stützt sich im Wesentlichen auf die Beiträge der aktiven Arbeitnehmer (und ihrer Arbeitgeber) und sichert deren Auskommen im Alter. Mit der Arbeit, die von Müttern bei der Erziehung ihrer Kinder und damit außerhalb der Erwerbsarbeit geleistet wurde, konnten in diesem System früher keine eigenen Rentenansprüche aufgebaut werden. Deshalb waren Frauen, die Kinder zur Welt gebracht und unter Verzicht auf eine eigene Berufstätigkeit großgezogen hatten, im Alter oft unzureichend versorgt. Seit 1986 werden Zeiten der Kindererziehung jedoch in der Rentenversicherung berücksichtigt. Diese frauen- und familienfreundliche Regelung wurde seitdem zweimal wesentlich verbessert, zuletzt – unter dem Stichwort „Mütterrente“ – zum 1. Juli 2014.

Mütter, die noch keine Rente beziehen, bekommen in der Rentenversicherung für jedes Kind (auch Adoptiv-, Stief- oder Pflegekind), das sie erzogen haben, Versicherungszeiten gutgeschrieben: drei Versicherungsjahre, wenn das Kind 1992 oder später zur Welt gekommen ist; zwei Versicherungsjahre, wenn es vor 1992 geboren wurde. In manchen Fällen verhilft diese Regelung der Mutter überhaupt erst zu einem eigenen Rentenanspruch – dann nämlich, wenn durch Anrechnung der Kindererziehungszeiten die Mindestwartezeit von fünf Versicherungsjahren für eine Altersrente erreicht wird. Zudem bewirkt die Anerkennung von Erziehungsjahren eine deutliche Aufbesserung der Rente. Kindererziehungszeiten werden in der Rentenversicherung nämlich mit einem Entgeltpunkt pro Jahr bewertet – als ob die Mutter in dieser Zeit das durchschnittliche Arbeitsentgelt der Rentenversicherten erzielt hätte. Ein Entgeltpunkt ergibt nach dem Stand vom Juli 2014 eine monatliche Rente von 28,61 € in Westdeutschland bzw. 26,39 € in Ostdeutschland. Eine Mutter, die neben der Kindererziehung berufstätig war und dafür Beiträge zur Rentenversicherung zahlte, bekommt die Kindererziehungszeiten zusätzlich zu ihren Beitragszeiten angerechnet, und zwar bis zu einer Obergrenze, die dem Höchstbeitrag in der Rentenversicherung entspricht.

Bei Müttern, die vor 1921 (West) bzw. 1927 (Ost) geboren wurden, wirkte sich die Zeit der Kindererziehung nicht auf die Rentenberechnung aus. Stattdessen erhalten sie unabhängig davon, ob sie überhaupt eine Rente beziehen, für jedes Kind eine pauschale Kindererziehungsleistung als Anerkennung ihrer Erziehungsarbeit. Diese entspricht ab Juli 2014 dem Gegenwert von zwei Entgeltpunkten. Bei später geborenen Rentenbezieherinnen wird die laufende Rentenzahlung durch die „Mütterrente“ pauschal um den Wert eines Entgeltpunkts für jedes vor 1992 geborene Kind aufgestockt.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 07/2014
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