Die Lebenssituation behinderter Menschen

Die Lebenssituation behinderter Menschen

Infografik Nr. 179030

Die Lebenssituation behinderter Menschen

Behinderte Menschen sind in ihren körperlichen Funktionen, ihren geistigen Fähigkeiten oder ihrer seelischen Gesundheit länger anhaltend beein ...

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Die Lebenssituation behinderter Menschen

Behinderte Menschen sind in ihren körperlichen Funktionen, ihren geistigen Fähigkeiten oder ihrer seelischen Gesundheit länger anhaltend beeinträchtigt. Behindert sind sie aber auch durch die Barrieren, auf die sie in ihrer Umwelt stoßen: durch praktische Hindernisse ebenso wie durch Schranken der Diskriminierung. Die Zahl der Betroffenen ist groß: 2009 waren in Deutschland rund 9,6 Mio Menschen (12% der Bevölkerung) amtlich als behindert anerkannt, drei Viertel davon als schwerbehindert. Nach der seit 2009 auch in Deutschland geltenden UN-Behindertenrechtskonvention haben sie ein Anrecht auf Inklusion, d.h. auf der Grundlage der Gleichberechtigung mit anderen an der Gesellschaft teilzuhaben.

Im Rahmen des Mikrozensus gewonnene Daten lassen Rückschlüsse darauf zu, wie weit die angestrebte Integration behinderter Menschen in das soziale und berufliche Leben gelingt. Im Vergleich der Lebenslagen behinderter und nichtbehinderter Menschen wird ansatzweise sichtbar, wie sich die Behinderung auf die Lebensführung und die Chancen der Erwerbsbeteiligung auswirkt. Der Vergleich konzentriert sich auf die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen, bei der Behinderungen, wie sie meist erst in späterem Alter auftreten, noch keine Rolle spielen. Normalerweise ist in diesem Lebensalter die schulische Ausbildung abgeschlossen, sind Entscheidungen in Bezug auf eine Ehe oder Partnerschaft gefallen, werden berufliche Qualifikationen erworben oder ist der Einstieg ins Erwerbsleben vollzogen.

Die Erwerbschancen sind für behinderte Menschen erwartungsgemäß geringer als für Nichtbehinderte. Immerhin gehen von den 25- bis 44-Jährigen aber mehr als zwei Drittel einer beruflichen Tätigkeit nach oder sind auf der Suche nach einem Arbeitsplatz: 74% der Männer und 64% der Frauen mit Behindertenstatus nehmen so am Erwerbsleben teil. Etwa der Hälfte (52%) der Behinderten gelingt es, ihren Lebensunterhalt überwiegend durch eigene Arbeit zu erwirtschaften; 18% leben hauptsächlich von Renten oder Pensionen, 21% sind auf Sozialhilfe und andere Sozialleistungen angewiesen. Voraussetzung für den beruflichen Anschluss ist eine qualifizierte Ausbildung. Rund 72% der Behinderten zwischen 30 und 44 Jahren verfügen über eine abgeschlossene berufliche Qualifikation. Gut jeder Vierte (28%) ist jedoch ohne Ausbildungsabschluss – deutlich mehr als unter den Nichtbehinderten (14%).

Menschen mit einer Behinderung sind zu einem geringeren Prozentsatz (37%) verheiratet als ihre nichtbehinderten Altersgenossen zwischen 25 und 44, doch nur ein knappes Drittel (31%) führt einen Singlehaushalt. 23% leben zu zweit unter einem Dach, 46% in Haushalten mit drei und mehr Personen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 05/2012
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