Ausgaben für das soziale Netz

Ausgaben für das soziale Netz

Infografik Nr. 141129

Der Bedarf an sozialstaatlichen Leistungen steigt in Deutschland fast kontinuierlich an. Nach der deutschen Einigung kam es zu einem besonders raschen Anstieg ...

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Der Bedarf an sozialstaatlichen Leistungen steigt in Deutschland fast kontinuierlich an. Nach der deutschen Einigung war ein besonders rascher Anstieg der Sozialausgaben zu beobachten. Lagen sie 1991 (ohne steuerliche Entlastungen) noch bei umgerechnet 396 Mrd €, so beliefen sie sich im Jahr 2000 bereits auf 608 Mrd €. In diesem Jahrzehnt musste das soziale Netz die Eingliederung Ostdeutschlands in das bundesdeutsche Sicherungssystem, eine hohe Arbeitslosigkeit, daneben aber auch die wachsenden Strukturprobleme der Kranken- und Rentenversicherung auffangen. Außerdem trugen die 1995 neu eingeführte Pflegeversicherung und die verstärkte Familienförderung zum Anstieg der Sozialausgaben bei.

Um die Nachhaltigkeit des Sozialsystems zu sichern, beschloss der Gesetzgeber einschneidende sozialpolitische Leistungs- und Strukturreformen, die den Zuwachs der Sozialausgaben dämpften. Infolgedessen kletterten die Sozialausgaben zwischen 2003 und 2008 nur noch in mäßigem Tempo. Die Wirtschaftskrise des Jahres 2009 trieb den Bedarf an sozialstaatlichen Leistungen allerdings wieder steil in die Höhe. Die Sozialausgaben dieses Jahres lassen sich jedoch nicht mit denen der Vorjahre vergleichen, weil das vom Bundesarbeitsministerium zusammengestellte Sozialbudget – als Summe aller Sozialleistungen – seit 2009 auch die private Krankenversicherung einschließt. In dieser veränderten Abgrenzung beliefen sich die Ausgaben 2009 auf 750 Mrd €. In den Jahren 2012 - 2014 beschleunigte sich die Ausgabenentwicklung, bedingt u. a. durch kräftig steigende Krankheitskosten, das verbesserte Elterngeld und einen höheren Aufwand für die Kinderbetreuung. So standen 2014 Sozialleistungen von insgesamt 849 Mrd € zu Buche.

Die langfristige Entwicklung der Sozialausgaben lässt sich besser anhand der Sozialleistungsquote beurteilen, die den Sozialaufwand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt bemisst. In ihrem Anstieg spiegeln sich vor allem die sozialen Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft. In Rezessionsjahren nimmt die Quote auch punktuell zu, weil höhere Ausgaben (u. a. wegen steigender Arbeitslosigkeit) dann mit einer niedrigeren Wirtschaftsleistung zusammenfallen. So erreichte sie 2009 mit 30,5 % den bislang höchsten Wert; 2014 lag sie bei geschätzten 29,2 %.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2015
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