Ausgaben für das soziale Netz

Ausgaben für das soziale Netz

Infografik Nr. 141129

Um die Nachhaltigkeit des Sozialsystems zu sichern, beschloss der Gesetzgeber einschneidende sozialpolitische Leistungs- und Strukturreformen, die den Zuwachs der Sozialausgaben dämpften. Infolgedessen kletterten sie zwischen 2003 und 2008 nur noch in mäßigem Tempo. Die langfristige Entwicklung lässt sich besser anhand der Sozialleistungsquote beurteilen. Diese bemisst den Sozialaufwand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt.

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Der Umfang sozialstaatlicher Leistungen steigt in Deutschland fast kontinuierlich an. Im ersten Jahrzehnt nach der deutschen Einigung war ein besonders rascher Anstieg der Sozialausgaben zu beobachten. Lagen sie 1991 noch bei umgerechnet 396 Milliarden €, so beliefen sie sich im Jahr 2000 bereits auf 609 Milliarden €. In diesem Zeitraum musste das soziale Netz die Eingliederung Ostdeutschlands in das bundesdeutsche Sicherungssystem, eine hohe Arbeitslosigkeit und die wachsenden Strukturprobleme der Kranken- und Rentenversicherung auffangen. Außerdem trugen die 1995 neu eingeführte Pflegeversicherung und die verstärkte Familienförderung zum Anstieg der Sozialausgaben bei.

Um die Nachhaltigkeit des Sozialsystems zu sichern, beschloss der Gesetzgeber einschneidende sozialpolitische Leistungs- und Strukturreformen, die den Zuwachs der Sozialausgaben dämpften. Infolgedessen kletterten sie zwischen 2003 und 2008 nur noch in mäßigem Tempo. Die Wirtschaftskrise des Jahres 2009 trieb den Bedarf an sozialstaatlichen Leistungen allerdings wieder steil in die Höhe. Ein Vergleich mit den Vorjahren fällt jedoch schwer, weil das Sozialbudget, das alle Sozialleistungen zusammenfasst, seit 2009 auch die Grundleistungen der privaten Krankenversicherung einschließt. In dieser neuen Zusammensetzung beliefen sich die Ausgaben 2009 auf 754 Milliarden €. In den folgenden Jahren beschleunigte sich die Ausgabenentwicklung, bedingt u.a. durch kräftig steigende Krankheitskosten, höhere Beamtenpensionen, die Ausweitung der Pflegeversicherung und den höheren Aufwand für die Kinderbetreuung. Im Gegensatz dazu sanken die Kosten der Arbeitslosigkeit. Die Schätzung des Sozialbudgets 2018 ergab einen Gesamtbetrag von 996 Milliarden €, also fast einer Billion.

Die langfristige Entwicklung lässt sich besser anhand der Sozialleistungsquote beurteilen. Diese bemisst den Sozialaufwand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. In ihrem Anstieg spiegeln sich vor allem die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft. In Rezessionsjahren nimmt die Quote auch punktuell zu, weil höhere Ausgaben (u.a. für Arbeitslose) dann mit einer niedrigeren Wirtschaftsleistung zusammenfallen. So erreichte sie 2009 mit 30,6 % des BIP ihren bislang höchsten Wert; 2018 lag sie bei geschätzten 29,4 %.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2019
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