Die liberalen Parteien

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Infografik Nr. 095030

Die liberalen Parteien

Die Tradition des politischen Liberalismus in Deutschland reicht in die Zeit der Aufklärung zurück. Im frühen 19. Jahrhundert trat er als Bewegung des aufsteigen ...

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Die liberalen Parteien

Die Tradition des politischen Liberalismus in Deutschland reicht in die Zeit der Aufklärung zurück. Im frühen 19. Jahrhundert trat er als Bewegung des aufsteigenden Bürgertums für die Verwirklichung des Rechts- und Verfassungsstaats und für die Freisetzung des Einzelnen in einer vom Marktgeschehen bestimmten Wirtschaftsordnung ein. Das Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden Zielen führte aber immer wieder zu Spaltungen im liberalen Lager. Schon in der Revolution von 1848/49 bildeten sich die zwei Flügel der liberalen Bewegung heraus, die später ihren Platz im Parteiensystem des Deutschen Reiches fanden: Während die gemäßigten Liberalen für die deutsche Einigung unter monarchischer Herrschaft eintraten, forderten die Demokraten die Republik. Im preußischen Verfassungskonflikt der 1860er Jahre wurden die Weichen für die weitere Entwicklung des politischen Liberalismus gestellt. Aus der Opposition gegen Krone und Regierung entstand 1861 zunächst die Deutsche Fortschrittspartei, von der sich aber bereits 1867 die Nationalliberale Partei abspaltete, die Bismarcks Macht- und Einigungspolitik unterstützte. An den Reichstagswahlen gemessen war das Jahrzehnt nach der Reichsgründung die Blütezeit der liberalen Parteien, doch blieb ihr politischer Einfluss im Verfassungssystem des Kaiserreichs zwangsläufig begrenzt. So begann Ende des 19. Jahrhunderts der von weiteren Parteiumbildungen begleitete Niedergang des Liberalismus, ohne dass er sich je als einheitliche, reformorientierte Vertretung des Bürgertums hätte durch setzen können.

Auch in der Weimarer Republik fanden die liberalen Kräfte nicht zu einer Partei zusammen. Die Liberalkonservativen gründeten die Deutsche Volkspartei, die mit Gustav Stresemann einen der bedeutendsten Politiker jener Zeit stellte. Die aufgeklärt-progressiven Liberalen sammelten sich in der Deutschen Demokratischen Partei (1930-33: Deutsche Staatspartei). Beide Parteien mussten sich 1933 auflösen.

In der Bundesrepublik Deutschland knüpften nach 1945 die Freien Demokraten an die Tradition des deutschen Liberalismus an. Aus dem Zusammenschluss mehrerer Landesverbände entstand 1948 die Freie Demokratische Partei (FDP) mit Theodor Heuss als ihrem ersten Vorsitzenden. Als „dritte Kraft“ konnte die FDP in wechselnden Koalitionen mit den großen Parteien die politische Entwicklung der Bundesrepublik bis über die deutsche Einigung hinaus mitgestalten. Mit dem Aufkommen der GRÜNEN und später der LINKEN büßte sie diese Sonderrolle im Parteiensystem jedoch allmählich ein. Als selbstgewählte Einschränkung kam hinzu, dass sich ihre Programmatik zunehmend auf marktliberale Positionen verengte.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2011
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