Das Gesetzgebungswerk des Deutschen Bundestags

Das Gesetzgebungswerk des Deutschen Bundestags
Seitenanzahl

1

In achtzehn Legislaturperioden (1949 bis 2017) hat der Deutsche Bundestag über 7700 Gesetze verabschiedet. Seine Arbeit stand anfangs ganz im Zeichen des Wiederaufbaus und der sozialen Bew&aum ...

Verfügbare Produktformate:

Bitte wählen Sie vor Ihr Produktformat aus
In achtzehn Legislaturperioden (1949 bis 2017) hat der Deutsche Bundestag über 7700 Gesetze... mehr
Mehr Details zu "Das Gesetzgebungswerk des Deutschen Bundestags"

In achtzehn Legislaturperioden (1949 bis 2017) hat der Deutsche Bundestag über 7700 Gesetze verabschiedet. Seine Arbeit stand anfangs ganz im Zeichen des Wiederaufbaus und der sozialen Bewältigung der Kriegsfolgen (Flüchtlings-, Wohnungsproblem). Schlüsselentscheidungen zur Sicherheitspolitik (Wiederbewaffnung, Wehrpflicht) und zur Sozialpolitik („dynamische Rente “) fielen in der 2. Legislaturperiode. Eine rege Tätigkeit entfaltete der 5. Bundestag, in dem sich CDU/CSU und SPD zu einer Großen Koalition verbunden hatten. Er verabschiedete u.a. die Notstandsgesetze, das Mehrwertsteuergesetz, das Stabilitätsgesetz und zahlreiche Gesetze zur Finanz- und Justizreform. Neue Wege in der Deutschland- und Ostpolitik beschritt der 6. Bundestag (1969-72), in dem erstmals SPD und FDP zusammengingen. Nach der vorzeitigen Neuwahl von 1972 brachte die Koalition viele Reformgesetze auf den Weg, während der 8. Bundestag in der schwierigen Phase nach der Ölkrise wieder einen Gang zurückschalten musste.

Die vorzeitig beendete 9. Wahlperiode erbrachte nur eine geringe Gesetzesausbeute ein Zeichen für die wachsenden finanzpolitischen Zwänge, denen sich Regierung und Parlament ausgesetzt sahen. Unter der neuen CDU/CSU/FDP-Koalition schlug der Bundestag ab 1983 einen Sparkurs ein, setzte aber auch sozialpolitische Akzente (Erziehungsgeld, Hinterbliebenenrente). Mehrere große Reformvorhaben (Rentenreform, Steuerreform) wurden vom 11. Bundestag verabschiedet, der mit dem Einigungsvertrag 1990 auch den Weg zur deutschen Einheit ebnete. Der 12. Bundestag begleitete mit seiner umfangreichen Gesetzgebung den Prozess der deutschen Einigung und der fortschreitenden europäischen Integration. Noch eifriger war der Gesetzgeber in der 13. Wahlperiode (1994-98). Zu seinen Themen gehörten der „Umbau des Sozialstaats“, die Liberalisierung vorher geschützter Wirtschaftsbereiche (Energie, Telekommunikation, Verkehr) und die Einführung des Euro.

Anhaltender Reformbedarf in der Steuer-, Sozial- und Rechtspolitik, in der Ausländerpolitik und auf dem Arbeitsmarkt beherrschte die Agenda des 14. und 15. Bundestags unter rot-grüner Mehrheit (1998-2005). In der 16. Wahlperiode, in der CDU/CSU und SPD koalierten, standen die Konsolidierung der Staatsfinanzen, die Föderalismusreform und die Bewältigung der Finanzkrise im Vordergrund. Hauptaufgabe des 17. Bundestags (2009-13) war die Überwindung der Euro-Schuldenkrise. In der 18. Wahlperiode dominierten zunächst sozialpolitische Themen (Mindestlohn, Mütterrente, Mietpreisbremse). Ab 2015 führte der Andrang von Flüchtlingen zu einer gestiegenen Gesetzgebungstätigkeit in der Asyl- und Sicherheitspolitik.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 05/2018
Zuletzt angesehen