Die Abgeordneten und ihre Berufe

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Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags sind nach Art. 38 des Grundgesetzes „Vertreter des ganzen Volkes“. In ihrer Zusammensetzung bieten sie aber nur ein unvollkommenes Spiegelbild der Gesellschaft, die sie repräsentieren. Eine Aufschlüsselung nach beruflichen Merkmalen (Stand: Januar 2018) zeigt auch für den 19. Deutschen Bundestag, dass vor allem der öffentliche Dienst als Sprungbrett für eine politische Karriere dient. Von den 709 Abgeordneten gehören allein 205 (29 %) zur „Fraktion der Staatsdiener“, darunter 66 Verwaltungsbedienstete und 76 Beamte und Angestellte aus den Bereichen Bildung, Lehre und Forschung (Professoren, Lehrer usw.). Der öffentliche Dienst ist im Bundestag seit jeher stark vertreten. Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass Beamte bei der Übernahme eines Bundestagsmandats beurlaubt werden können und ihre Stellung im Berufsleben nicht aufzugeben brauchen. Eine wichtige Rolle spielt aber auch die Nähe ihres Berufs zu den öffentlichen Angelegenheiten, über die im Bundestag politisch entschieden wird. Aus politiknahen Berufen stammen auch die 102 Abgeordneten (14 %), die als Angestellte politischer und gesellschaftlicher Organisationen einzustufen sind, darunter die Funktionäre von Parteien und Gewerkschaften und die früheren Mitarbeiter von Abgeordneten.

Die stärkste Gruppe im 19. Bundestag bilden mit 209 Abgeordneten die Selbstständigen und Freiberufler. Ihr Anteil ist im Vergleich zur vorherigen Wahlperiode deutlich gestiegen. Das liegt zum einen daran, dass die FDP wieder im Bundestag vertreten ist, und zum anderen am Einzug der AfD: In beiden Parteien ist der Anteil von Unternehmern hoch. Durch die Wahl vom September 2017 gelangten 88 selbstständige Unternehmer, Kaufleute, Handwerker oder Landwirte sowie 121 Angehörige der Freien Berufe (Anwälte, Steuerberater, Publizisten usw.) in den Bundestag. Das entspricht annähernd einem Drittel (29 %) aller Abgeordneten – weit mehr, als der Anteil dieser sozialen Gruppe an der Bevölkerung ausmacht. Weitere 135 Abgeordnete (19 %) waren vor der Übernahme ihres Mandats als Angestellte in der freien Wirtschaft oder in wirtschaftsnahen Verbänden tätig.

Die berufliche Zusammensetzung der Abgeordneten deutet auf die zunehmende Professionalisierung der Parlamentsarbeit hin. Meistens wird die Ausübung des Abgeordnetenmandats durch den beruflichen Hintergrund gestützt und vorbereitet. Ein weiteres Indiz dafür ist der hohe Anteil an Juristen, deren Kompetenz für die rechtliche Umsetzung und Bewertung politischer Fragen oft schon bei der Kandidatenaufstellung den Ausschlag gibt. Auch Politologen, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler sind stark vertreten.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2018
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