Ausgaben für den Umweltschutz

Ausgaben für den Umweltschutz
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Entsprechend der wachsenden Bedeutung des Umweltschutzes stiegen seit den 1970er Jahren auch die Ausgaben für den Umweltschutz zunächst steil an, flachten in den 1990er Jahren aber ab. Aktuelle und miteinander vergleichbare Zahlen stehen derzeit nur für die Jahre 2010 bis 2015 zur Verfügung.

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Die Umweltpolitik hat sich seit den 1970er Jahren zu einem zentralen Politikbereich entwickelt, und der Umweltschutz ist auch als Wirtschaftsfaktor zu erstrangiger Bedeutung aufgestiegen. Das erste Umweltprogramm der Bundesregierung von 1971 definierte Umweltschutz als die Gesamtheit aller Maßnahmen, die notwendig sind, „um dem Menschen eine Umwelt zu sichern, wie er sie für seine Gesundheit und für ein menschenwürdiges Dasein braucht, um Boden, Luft und Wasser, Pflanzen- und Tierwelt vor nachteiligen Wirkungen menschlicher Eingriffe zu schützen und um Schäden und Nachteile aus menschlichen Eingriffen zu beseitigen“. Neben dieses Prinzip der Vorsorge trat 1998 mit dem zweiten Umweltprogramm das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung, das Umweltverträglichkeit mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit in Einklang bringen will. Ein drittes Leitprinzip, das der transformativen Umweltpolitik, führte die Bundesregierung mit dem 2016 beschlossenen „Integrierten Umweltprogramm 2030“ ein. Umweltpolitik soll demnach „nachhaltige Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsentwürfe“ fördern und so „den Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft forcieren“.

Entsprechend der wachsenden Bedeutung des Umweltschutzes stiegen seit den 1970er Jahren auch die Ausgaben für den Umweltschutz zunächst steil an, flachten in den 1990er Jahren aber ab. Aktuelle und miteinander vergleichbare Zahlen stehen derzeit nur für die Jahre 2010 bis 2015 zur Verfügung. Der Grund dafür liegt in einer umfassenden Datenrevision, mit der die Umweltstatistiken der EU-Länder vereinheitlicht werden sollen. Die statistisch erfassten Ausgaben umfassen Investitionen für die Errichtung von Umweltschutzanlagen und die laufenden Ausgaben für deren Betrieb. 2015 lagen sie in Deutschland bei insgesamt rund 62 Mrd €, das entsprach 2 % des Bruttoinlandsprodukts.

Der Großteil der Umweltschutzausgaben, nämlich 38,1 Mrd € (61 %), wurde von Unternehmen getragen. An zweiter Stelle folgten mit 14,4 Mrd € (23 %) die privaten Haushalte. Die übrigen 9,3 Mrd € (16 %) wurden vom Staat finanziert. Schlüsselt man die Ausgaben nach Umweltbereichen auf, entfiel fast die Hälfte (47 %) auf den Schutz von Gewässern vor Verunreinigung durch Abwasser. Die Abfallbeseitigung machte ein Drittel (34 %) aus. Rund 12 % der Ausgaben entfielen auf die Reinhaltung der Umwelt. Dazu gehören die Reinhaltung von Luft, Böden, Grund- und Oberflächenwasser, Lärmschutz und Strahlenschutz sowie allgemeine Maßnahmen zum Klimaschutz. Der Arten- und Landschaftsschutz machte nur rund 2 % aus, ebenso wie die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Umweltbereich.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2018
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