Arbeitsplätze im Umweltschutz

Arbeitsplätze im Umweltschutz

Infografik Nr. 126157

Nach Neuberechnungen für das Jahr 2017 sind in Deutschland mehr als 2,8 Millionen Menschen für den Umweltschutz tätig. Sei es direkt durch Erledigung von Umweltschutzaufgaben oder aber indirekt in vorgelagerten Bereichen der Produktion. Neben den klassischen Umweltschutzbereichen und der Herstellung von Umweltgütern wird auch der große Bereich noch relativ junger umweltbezogener Dienstleistungen berücksichtigt.

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Die Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes wurden in Deutschland schon Ende der 1970er Jahre untersucht. Damals ging es nicht zuletzt darum, den als Kostentreiber und Jobkiller angeprangerten Umweltschutz zu entlasten. Auch heute besteht die zentrale Botschaft solcher Untersuchungen darin, seine gesamtwirtschaftliche Bedeutung im Hinblick auf die Beschäftigung zu unterstreichen. Die positiven Auswirkungen des Umweltschutzes auf den Arbeitsmarkt sind allerdings nicht leicht zu erfassen. Zum einen greift er als Querschnittssektor über die gängige Brancheneinteilung hinweg und ist statistisch nur bruchstückhaft belegt. Zum anderen lassen sich die durch ihn angestoßenen indirekten Beschäftigungseffekte oft nicht eindeutig zuordnen. Im Lauf der Jahre haben sich die Berechnungsmethoden allerdings immer weiter verbessert.

Nach Neuberechnungen für das Jahr 2017 sind in Deutschland mehr als 2,8 Millionen Menschen für den Umweltschutz tätig. Sei es direkt durch Erledigung von Umweltschutzaufgaben oder aber indirekt in vorgelagerten Bereichen der Produktion. Neben den klassischen Umweltschutzbereichen (wie Abfallwirtschaft, Abwasserreinigung oder Luftreinhaltung) und der Herstellung von Umweltgütern wird auch der große Bereich noch relativ junger umweltbezogener Dienstleistungen berücksichtigt. 

Diesen umweltorientierten Dienstleistungen ist heute – mit 1,58 Millionen – bereits mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze im Umweltsektor zuzurechnen. Beispiele für solche Dienstleistungen finden sich in praktisch allen Wirtschaftszweigen. Sie reichen von der Arbeit in Planungsbüros und Umweltbehörden über den Handel mit Bio-Produkten und Öko-Strom bis zum Energie- und Gebäudemanagement und zum Öko-Tourismus. Während hier ein stetiger Zuwachs an Arbeitsplätzen zu beobachten ist, schwanken die Beschäftigtenzahlen im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Solarwirtschaft, die um die Jahrtausendwende einen wahren Beschäftigungsboom erlebte, büßte seitdem viele Arbeitsplätze wieder ein. Auch die Windenergiebranche verzeichnete in jüngster Zeit Arbeitsplatzverluste, weil Export und Aufstellung neuer Anlagen ins Stocken kamen. Stabil entwickelte sich dagegen die Beschäftigung in den klassischen Umweltschutzbereichen und in der Produktion von Gütern für die Wartung und den Betrieb von Umweltanlagen. Ein weiterer Bereich mit großer Beschäftigungswirkung ist die energetische Gebäudesanierung. Zusammen mit vorgelagerten Prozessen wie der Herstellung von Dämmstoffen sicherte sie 2017 rund 573 000 Arbeitsplätze. Diese Zahl ergibt sich, wenn die umweltbezogenen Teiltätigkeiten der einzelnen Gewerke zusammengerechnet werden.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2020
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